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Mariechen (l.) als eine der beiden "Bousseldande" hat die Lacher in der Hungener Stadthalle beim Zwiegespräch mit Herbert auf ihrer Seite.

Mit dem Navi auf den Friedhof

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Hungen (kjg). "Musik un Gebabbel" hieß das Motto am Samstagabend beim Hungener Herbstfest in der vollbesetzten Stadthalle. Es war ein tolles Bild, als die Musikzüge aus Bellersheim, Steinheim und Villingen von beiden Seiten in die Stadthalle einmarschierten. Die drei Musikzüge gestalteten den musikalischen Teil des Abends. Mit dabei waren die beiden hessischen Originale Klaus Wolf und Jochen Strunk als "Bousseldande", die die Besucher immer wieder durch ihre Pointen zum Lachen brachten. Die Moderation hatte der Musikexperte Jürgen Zwerenz übernommen.

Das Herbstfest wurde von Sabine Nickel und Florian Röhrich organisiert. Ehrenamtliche Helfer vom Seniorenbeirat und der Flüchtlingshilfe sowie städtische Helfer von der Stadtkasse sorgten dafür, dass es den etwa 300 Gästen an nichts mangelte. Als besonderen Service hatte die Stadt Hungen dafür gesorgt, dass Gäste über 67 Jahren aus der Kernstadt und den Stadtteilen mit Bussen abgeholt wurden.

Beifall für Musikzüge

Beim Einzug spielten die Musikzüge der Freiwilligen Feuerwehr aus Bellersheim und Steinheim den "Jungbläser-Marsch". Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Villingen blies den "Reichswehr-Marsch", um danach gemeinsam mit den beiden anderen Musikzügen den "Marsch San Carlo" zu spielen. Die Begrüßt wurden die Gäste vom Hungener Bürgermeister Rainer Wengorsch.

Im Laufe des Abends wecheselten sich die Musikzüge auf dem Podium ab und wurden dabei durch zwei Einlagen der Bousseldande unterbrochen. Es begann mit dem Musikzug aus Villingen unter Leitung von Christoph Viehl mit "Dance for two", "Sweet Caroline" und "Böhmischer Traum". Im Laufe des Abends spielte der Musikzug aus Steinheim mit Dirigentin Petra Stoll "Verträumte Melodien", ein Dieter-Thomas-Kuhn-Medley und "Wir Musikanten". Die Bellersheimer unter Leitung von Thomas Müller brachten "Egerländer Musikanten", "Sag Dankeschön mit roten Rosen" und "Dem Land Tirol die Treue"zu Gehör.

Dann kamen die "Bousseldande": "In 20 Metern bitte links abbiegen, links abbiegen. Sie haben ihr Ziel erreicht. Bitte, wenden. Bitte, wenden. Bitte, wenden", tönte die Stimme aus dem AOK-Chopper, als Maria-Luise, auch Mariechen genannt, den Rollator mitten im Publikum neben Herbert anhielt. Während sie es sich umständlich auf dem Rollatorsitz bequem machte, hatte sie bereits Herbert in ein Gespräch verwickelt und flirtete mit ihm.

"Sie haben Ihr Ziel erreicht"

"Mach des neumodisch’ Ding aus", rief Katrinchen und kam mit dem Publikum und Mariechen ins Gespräch. Mariechen erklärte, das Kästchen habe sie von ihrem Enkel, und es sei ganz einfach "Do gibbste die Stroass ein, wo de hie willst un dann zeicht es dir de Weg. Als ich neilich uff em Friedhof war, seed die Kist midde uff em Friedhof: Sie haben Ihr Ziel erreicht."

So boten die beiden einen Lacher nach dem anderen. Einmal klangen die Pointen auf oberhessisch-platt zu komisch, dann waren Handlung und Ablauf äußerst grotesk. Mimik und Gestik taten das Übrige.

Das Publikum war begeistert und bedankte sich mit Szenenapplaus und am Schluss der Darbietung mit begeistertem Beifall. Am Ende des schönen und amüsanten Abends sangen alle gemeinsam mit der Musik der Musikzüge "Hessenland, du bist mein Heimatland".

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