Planerin, Bauleiter sowie Vertreter von Stadtverwaltung und Baugenossenschaft vor den neuen Mehrfamilienhäuser im Turmweg. Hier sínd 18 erschwingliche Mietwohnungen entstanden. FOTO: US
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Planerin, Bauleiter sowie Vertreter von Stadtverwaltung und Baugenossenschaft vor den neuen Mehrfamilienhäuser im Turmweg. Hier sínd 18 erschwingliche Mietwohnungen entstanden. FOTO: US

Nagelneu und erschwinglich

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Hungen(us). Die 18 Parteien, die im kommenden Jahr in die beiden neuen Mehrfamilienhäuser im Turmweg einziehen können, haben es gut getroffen: bodentiefe Fenster, gute Wärmedämmung, Terrasse oder Balkon bekommen sie hier zu einer Kaltmiete von 5,70 Euro je Quadratmeter. In manchen Wohnungen gibt’s den freien Blick bis zum Hoherodskopf noch gratis hinzu. Möglich macht es eine Initiative der Stadt Hungen. Die hat unter dem Dach der Stadtwerke eine eigene Sparte "Wohnungsbau" gegründet und konnte über diesen Weg Fördermittel für den Bau von Sozialwohnungen akquirieren. 1,3 Millionen Euro steuerte das Land zu den beiden Mehrfamilienhäusern bei, weitere 360 000 Euro der Landkreis. Die Gesamtkosten betragen knapp vier Millionen Euro.

"Günstiger Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen wird auch in Hungen dringend gebraucht", sagte Bürgermeister Rainer Wengorsch am Donnerstag bei einer Besichtigung der fast fertigen Wohnungen. Ähnlich äußert sich Landrätin Anita Schneider in einer Pressemitteilung: Ausreichend bezahlbarer Wohnraum sei notwendig, um den Landkreis zukunftsfähig aufzustellen.

Die 18 neuen Wohnungen sind bereits alle vergeben. Die ersten Mieter werden bereits im Januar einziehen, berichtete Hagen Roth, der Fachbereichsleiter Technische Dienste. Bis März sollen alle Wohnungen belegt sein.

In den dreigeschossigen Gebäuden sind sechs Zwei-, acht Drei- und vier Vierzimmerwohnungen entstanden. Sechs davon sind barrierefrei. Die Verwaltung hat die Stadt Hungen nach einer Ausschreibung in die Hände der Baugenossenschaft Horlofftal gelegt, die gleich nebenan selbst eine Reihe von Mehrfamilienhäusern besitzt und vermietet. Wie Vorstandsmitglied Holger Frutig berichtete, wird sich im Turmweg 2 und 4 eine bunt gemischte Hausgemeinschaft zusammenfinden: junge Familien, ältere Menschen, Mieter mit und ohne Beeinträchtigung. "So, wie es von vornherein geplant war", sagte Frutig.

Das Interesse an den Wohnungen war beträchtlich. Schon vor Baubeginn standen etwa 40 Bewerber auf der Warteliste. Die Auswahl der Mieter sei in Absprache mit dem Jobcenter und dem Kreissozialamt getroffen worden, erläuterten Frutig und Roth. Geplant wurden die Häuser von Architektin Lysann Adelmann, die Bauleitung übernahm Uwe Hartmann, der darauf verwies, dass fast alle am Bau beteiligten Firmen aus Hessen und viele aus der Region stammen. Energie für Strom und Heizung liefert ein Blockheizkraftwerk im Keller von Haus Nummer 2, das von Oberhessengas betrieben wird.

Bürgermeister Wengorsch zeigte sich erfreut, dass der Kostenrahmen von 3,95 Millionen Euro eingehalten werden konnte und bedankte sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit.

Freuen wird sich ganz sicher auch Werner Dertinger. Der Rentner aus Bellersheim war im Rathaus dabei, als Hessens Wohnungsbauministerin Priska Hinz vor bald drei Jahren den Förderbescheid für die beiden neuen Häuser überbrachte. Damals erzählte er, wie sehr er sich eine zentral gelegene Wohnung in der Kernstadt wünsche, von der aus Geschäfte und Ärzte gut zu erreichen sind. 2021 wird sich sein Wunsch erfüllen.

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