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Der Damm im Seegebiet ist mit Sandsäcken gesichert.

Nach Hochwasser: Damm im Seegebiet Inheiden/Trais-Horloff für Besucher gesperrt

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Teile des Seegebiets Inheiden/Trais-Horloff sind weiter überflutet. Ein Abpumpen ist nicht möglich, teilt die Stadt mit. Der Bau eines Rückhaltebeckens soll forciert werden.

Nach dem Horloffhochwasser vor einer Woche kündigt Hungens Bürgermeister Rainer Wengorsch an, den Bau eines Rückhaltebeckens zwischen Villingen und Hungen voranzutreiben. Noch dieses Jahr sollen die dafür erforderlichen Anträge gestellt werden. Aufgrund der Prüfungen der zuständigen Behörden rechnet er mit einem Baubeginn 2023.

Langfristig könnte sich auch etwas an der Problemstelle Seegebiet Inheiden/Trais-Horloff tun: Dort wurde am vergangenen Wochenende der Damm durch den Riedbach überspült, strömte das Wasser ins Seegebiet. Eine Erhöhung des Damms ist technisch nicht möglich, da die Bahnstrecke Hungen-Nidda nicht gefährdet werden darf. Denn bei einem höheren Wasserstand könnte diese unterspült werden.

Für eine Entschärfung der Situation könnten in einiger Zukunft jedoch Bauarbeiten an der Bahnstrecke sorgen. Die Bahnbrücke über den Riedbach aus dem Jahr 1915 wird mittlerweile in der Brückenzustandsklasse 3 geführt. Dies bedeutet, dass die Bahn eine Erneuerung prüft. Im Zuge des Neubaus könnte auch ein Hochwasserschutzplan der Stadt Hungen umgesetzt werden: Diese will einen Durchstich durch den Bahndamm anlegen, sodass Hochwasser leichter in die Aue auf der anderen Seite des Bahndamms abfließen kann.

Der Bau eines Regenrückhaltebeckens sowie mittelbar der Durchstich könnten das Problem zwar entschärfen, es ganz lösen können wird man aber nicht, sagt Wengorsch. »Die Anwohner sind deshalb dazu angehalten, auch selbst Schutzmaßnahmen auf ihrem Grundstück zu ergreifen.«

Derzeit sind Teile des Seegebiets noch immer überschwemmt. Zwar strömt seit Tagen kein Wasser mehr über den Damm, Bauhof und Feuerwehr haben zudem die Schadstellen mit Sandsäcken und Planen abgesichert, um ein erneutes Überfluten zu verhindern. Jedoch ist der Grundwasserspiegel so hoch, dass es keinen Sinn macht zu versuchen, das Hochwasser abzupumpen - man würde Wasser dann nur im Kreis pumpen, sagt der Bürgermeister. .

Nach einem regelrechten Hochwassertourismus am vergangenen Wochenende ruft die Stadt dazu auf, das Seegebiet zu meiden - auch mit Blick auf möglicherweise wieder steigende Pegel. »Um die Einsatzkräfte nicht zu behindern, bitten wir von Spaziergängen im Hochwassergebiet abzusehen. Der Weg entlang des Dammes ist derzeit aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres gesperrt. Das Betreten des Dammes ist verboten«, schreibt Wengorsch.

Als Vorsichtsmaßnahme wurden entsprechende Rückhalteanlagen und Sperrungen an weiteren Zuflüssen in den Gemarkungen Langd/Rodheim, Kernstadt Hungen und Langsdorf eingerichtet.

Das Hochwasser hatte am vergangenen Wochenende zu einem Großeinsatz von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz geführt.

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