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Sandra Bauer Märchenerzählerin

Mythen, Märchen, Monumente

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Hungen(pm). Eine ganztägige herbstliche Landschaftstour mit Planwagen und Fahrrad führte der Naturschutzbund (NABU) Horlofftal in heimatlichen Gefilden durch. Die im Naturschutzkalender Hungen fotografisch verewigten Baumveteranen und ihre Geschichte waren das Ziel.

Start war an den beiden alten Eichen bei Inheiden, die gestorben bzw. am Sterben sind. Von dort ging es mit den Kutschern Klaus Hoppe und Heinz Götz sowie den beiden Haflingern Hanna und Sandro über die Tourenstrecke. Mit an Bord war die Geschichtspädagogin und Märchenerzählerin Sandra Bauer (Oberursel), die zu jedem Baum eine passende Geschichte oder Märchen zum Besten gab.

Wie erhaben die einzelnen Baummonumente in ihrer jeweiligen Umgebung wirkten, rang den Zuhörern auch angesichts der geschichtlichen und naturkundlichen Hintergründe einigen Respekt ab. Bäume, die mehr tot als lebendig sind und dennoch voller Leben, wie die alte Kopfweide an der Horloff bei Trais-Horloff, oder den Fortgang des Lebens im Vergehen zeigen, wie bei der im Sommer 2017 vom Sturm zerzausten Mönchsborneiche nahe Hof Graß. Gerade deshalb sind alte Bäume und Bauruinen so wichtig für die Artenvielfalt, weil sie voller Leben und Aktivität sind und neues Leben aus ihnen erwächst.

In den Fußstapfen der Altvorderen durchschritt man den Kaltenrain bei Steinheim, um einigen alten Haineichen nahezukommen, in deren Schatten der Basalthügel einst für den damals wirtschaftlich bedeutungsvollen Obstbau urbar gemacht wurde und daneben als Hutung zur Viehsättigung genutzt werden konnte. Gerade zur Eiche als dem mythischsten Baum der deutschen Sagen- und Märchenwelt wusste Erzählerin Sandra Bauer einiges zu berichten. Aber auch die alten, knorrigen Hutekirschen auf dem Langder Köpfel hätten einiges zu erzählen, wenn sie denn nur sprechen könnten.

Über den Höhenrücken im Langder Wald ging es weiter nach Villingen, was gerade im Bereich des Wallenbergs einen wertvollen Hort von Baumveteranen darstellt. Aus Zeitgründen abgekürzt, ging es weiter an der alten Weide nahe des Hungener "Paradeises" vorbei, wo schon der Hungener Heimatschriftsteller und Maler Karl Reinhard zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts viele Anregungen und sinnliche Einflüsterungen aus dem Naturgeschehen erhielt.

Zum Abschluss besuchte man die etwa 300 Jahre alte Huteeiche auf dem Irrbühl, der Jahrhunderte unbewaldet war und als Hutung genutzt wurde, wovon der Baummethusalem noch heute zeugt. Stephan Kannwischer erzählte ebenfalls Wissenwertes über die Baummonumente und ihre Standorte, was durch anheimelnde oder schauerliche Märchen aus dem Munde von Märchenerzählerin Bauer eine besondere Abrundung erhielt. FOTO: PM

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