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Im Größenvergleich ist die Dimension der Figurengruppe erkennbar: Kinder inmitten der heiligen Familie, der Hirten und ihrer Schafe. FOTO: PM

Mittelhessens größte Krippe

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Hungen(pm). Vermutlich sind es die größten und schwersten Krippenfiguren in ganz (Mittel-) Hessen: Weit über 100 Kilo wiegt die Figur des Josef, selbst Maria bringt 98 Kilo auf die Waage. Abermals war es ein Abenteuer, diese Figuren aus Belarus nach Deutschland zu bringen. Mehrere Ausfuhrgenehmigungen waren notwendig. Das Ministerium in Minsk musste zustimmen, ebenso die Zollbehörden an der EU-Außengrenze. Weit über eine halbe Tonne Holz wiegend, kamen sie kürzlich wohlbehalten bei der Weißrusslandhilfe innerhalb der Kirchengemeinde Villingen/Nonnenroth an.

Geschnitzt hat die Krippe Anatoli Turkov. Er ist in Nonnenroth schon bekannt, da er dort die beiden Lutherfiguren skulptiert hat. Nun hat er erstmals eine Krippe geschnitzt. In Weißrussland ist innerhalb der orthodoxen Kirche zwar das Motiv der Heiligen Familie auf Ikonen bekannt. Eine solche in Holz geschnitzte Figurengruppe ist wohl zuvor nicht im Land für Deutschland hergestellt worden.

Als der Holzkünstler und Maler sie vor Kurzem in der Kunsthalle in Brest/Belarus präsentierte, war man voll des Lobes. Die Idee hierzu hatte Pfarrer Harmut Lemp vor zwei Jahren. Die Figurengrupe sollte thematisch in besonderer Weise in die Schäferstadt Hungen passen. So sind neben Maria und Josef und dem Jesuskind in der Krippe noch zwei Hirten/Schäfer und fünf Schafe zu sehen. Die Krippe bleibt bis zum Ende des Weihnachtskreises neben der Villinger Kirche stehen - und sie ändert sich fast täglich. Immer mehr Stallutensilien aus vergangenen Zeiten schmücken die Krippe aus. Großer Dank der Kirchengemeinde gilt all jenen, die ehrenamtlich dazu beigetragen haben, dieses Werk neben der Kirche zu positionieren. Pfarrer Lemp: "Es gibt jetzt schon Kommentare, dass diese Krippe nicht nur die schwerste, sondern ›sicher eine der eindrucksvollsten und schönsten‹ in Mittelhessen ist." Man sei Anatoli Turkov sehr dankbar, dass er der Kirchengemeinde diese wundervolle Arbeit überlassen habe.

Ob die Krippe für alle Zeiten in Villingen bleibt, ist nicht sicher, denn immerhin kommen die Mitarbeiter der Weißrusslandhilfe aus Villingen und aus Nonnenroth. Doch vorerst gilt: Die Krippe ist rund um die Uhr beleuchtet und kann zu allen Zeiten besucht werden.

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