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Erinnerung an ein sommerliches Idyll: Nun muss die Stadt Geld in die Hand nehmen, um das Freibad fit für die Zukunft zu machen. ARCHIVFOTO: KJG

Schwimmbadsanierung

Millionenschwere Sanierung des Hungener Freibads

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Das Hungener Freibad ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Ein Experte erläuterte im Bauausschuss mögliche Sanierungsmaßnahmen. Es sei ein schönes Bad - aus der Ferne betrachtet.

Die Sanierung des Freibades stand am Montagabend auf der Tagesordnung des Hungener Bau-, Planungs- und Umweltausschusses. Das auf Schwimmbadtechnik spezialisierte Planungsbüro Oliver Martin stellte in einer bildschirmgestützen Präsentation den derzeitigen Stand des Bades, dessen Schwach-punkte, mögliche Sanierungsmaßnahmen und deren Kosten vor. Martin, der die Freizeiteinrichtung begutachtet hat, kommt zu dem Schluss, dass das Bad ein schönes Bad sei - "aus der Ferne betrachtet". Bei näherem Hinsehen stelle sich allerdings die Frage: "Wo fängt man an, und wo hört man auf?"

Mängel am Rinnensystem

Mittelfristig sei es auf jeden Fall notwendig, die Filteranlage für die Wasseraufbereitung, die stark korrodiert sei und nicht mehr den Normen (DIN) entspreche, zu sanieren, um einen Totalausfall der Filter und damit der Wasseraufbereitung zu vermeiden. Bürgermeister Rainer Wengorsch möchte, dass die Stadt vom Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramm (SWIM) der Hessischen Landesregierung profitiert. Seit 2018 gibt es dieses Förderprogramm, mit dem die Hessischen Bäder für die Zukunft fit gemacht, der ländliche Raum und der Schwimmsport gefördert werden sollen. Die Förderung betrage etwa 30 Prozent der Investitionen, so Wengorsch.

Im Hinblick auf das Hungener Freibad sei "alles außer dem Planschbecken, der Wasserrutsche und der Sprunglage förderfähig", erläuterte Martin. Es sei eine große Herausforderung für die Stadt, in den nächsten zwei Jahren 700 000 Euro für einen 1. Bauabschnitt auszugeben. Aber man suche nach Mitteln und Wegen, das Bad langfristig zu sichern und zu erhalten, merkte der Bürgermeister an.

Anhand von Fotografien gab Martin den Ausschussmitgliedern einen Überblick über den Zustand des Bades sowie die Schwere und Anzahl der Schädigungen. Ebenso berichtete er über Sicherheitsmängel beim Rinnensystem durch den tiefliegenden Wasserspiegel und den Unterschwimmschutz beim Rutschen-Endstück. Er stellte drei Konzepte für eine Sanierung vor. So koste eine Sanierung, bei der das Sportbecken (Schwimmerbecken) mit auf Betonfertigteilen verschweißten Folien erstellt werde, etwa drei Millionen Euro. Das Sportbecken mit Edelstahlbeckenkopf und Folie auf Beton im unteren Bereich erfordere eine Investition von 3,5 Millionen Euro, während das Sportbecken komplett aus Edelstahl 3,8 Millionen Euro koste. Weitere Sanierungsmaßnahmen in Höhe von 350 000 Euro seien außerdem erforderlich.

Die detaillierten Auflistungen zu den verschiedenen Versionen umfassen die Arbeiten am Schwimmer-, Nichtschwimmer und Planschbecken, den Dusch- und Umkleidebereichen, den Sprung- und Außenanlagen sowie der Schwimmbadtechnik und den Filtern. Das Funktionsgebäude empfiehlt der Bauingenieur ganzheitlich und nicht teilweise zu sanieren.

Oliver Martin diskutierte mit den Ausschussmitglieder auch darüber, die Sanierung in Bauabschnitte aufzuteilen. So hält er es für sinnvoll, insbesondere wegen der zu verlegenden Zu- und Ableitung in einem 1. Bauabschnitt mit der Sanierung des Sportbeckens (Schwimmer) zu beginnen. Dies sei mit einer Investition von 1 035 000 Euro zu veranschlagen.

Ein weiterer Bauabschnitt umfasse die Sanierung des Nichtschwimmerbeckens. Kostenpunkt: rund 800 000 Euro. Die Mitglieder des Ausschuss fragten nach energiesparenden Maßnahmen beim Heizen des Wassers, das bisher per Solarabsorberanlage erfolgt und nur bei Sonne das Badewasser wärmt, sowie nach Einsparmaßnahmen. Außerdem wurde über unterschiedliche Prioritäten und Herangehensweisen gesprochen. Es gehe nun darum, nach Mitteln und Wegen zu suchen, um in den nächsten Sitzungen an dem Projekt weiterzuarbeiten, unterstrich der Bürgermeister.

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