Mehr Akzeptanz für Großprojekte

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Hungen(pm). Das geplante Wohngebiet Hungen-West und die Erweiterung des Gewerbegebiets Königsberger Weg/Herrenacker sind wegweisende Projekte für Hungen. Eine Begehung, zu der der SPD-Ortsverein eingeladen hatte, stieß auf großes Interesse. Vorsitzender Christoph Fellner von Feldegg äußert in einer Pressemitteilung, dass es den Sozialdemokraten wichtig sei, die Öffentlichkeit über die in der Bauplanung vorgeschriebenen Schritte hinaus in alle Planungsphasen einzubinden.

Am 28. Mai 2020 hat sich das Stadtparlament für das 20 Hektar große Baugebiet ausgesprochen, das sich vom nordwestlichen Rand aus, oberhalb des Geländes der Firma Mühl, in weitem Bogen und mit 40 Metern Abstand zur Umgehungsstraße in südwestlicher Richtung bis zu der bestehenden Bebauung am Hehlingsgrund zieht. Bei der Begehung konnten sich die Teilnehmer eine genaue Vorstellung von Lage und Dimension machen.

Stadtrat Lothar Zinsheimer erläuterte weitere Einzelheiten. Entsprechend den Zielsetzungen des hessischen Förderprogramms "Nachhaltiges Wohnumfeld" sollen verschiedene Wohnformen wie Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser oder Mehrfamilienhäuser sowie gesonderte Wohnformen mit dem Fokus auf alters- und seniorengerechtes Wohnen entstehen, um Lebensqualität zu fördern und verschiedene Altersgruppen anzusprechen. Maßnahmen zum Klimaschutz, ökologische Gestaltung von Grün- und Freiflächen, zukunftsorientierte Mobilitätsangebote und Vernetzung sowie angemessene soziale Infrastruktur- und Bildungseinrichtungen sollen für die geforderte Nachhaltigkeit sorgen.

Was wird aus der Kita Dreikäsehoch?

"Hungen-West" soll in drei Abschnitten realisiert werden, beginnend im nordwestlichen Bereich. Hier entsteht ein Mischgebiet, das neben der Wohnbebauung durch einen Gewerbebereich sowie Sozial- und Versorgungseinrichtungen geprägt sein wird. Der zweite und dritte Bauabschnitt mit überwiegend Wohngebäuden schließen sich in südwestlicher Richtung an. Durch diese Dreiteilung kann laut Zinsheimer auf größere oder geringere Nachfrage reagiert werden.

Der Stadtrat erläuterte das aus Sicht der SPD-Fraktion bestehende Problem der Verkehrsanbindung. Zum gegenwärtigen Stand der Planungen soll der zu- und abfließende Verkehr auch durch die Robert-Koch-Straße und den Hehlingsgrund geleitet werden. Die Anwohner in diesen Bereichen würden über Gebühr strapaziert. Daher schlägt die SPD vor, eine weitere Zufahrtsstraße parallel zur Bundesstraße auf dem Abstandsstreifen einzurichten. Darüber hinaus hofft die Partei, dass durch dieses Mammutvorhaben die Schaffung von Wohnraum in den anderen Stadtteilen nicht vergessen wird.

Die Erweiterung des Gewerbegebietes Königsberger Straße/Herrenacker wurde von einem ansässigen Unternehmen beantragt, das sich vergrößern möchte. Das sei grundsätzlich positiv zu bewerten, habe aber im konkreten Fall erhebliche Nachteile, meint die SPD. Zum einen ginge diese Erweiterung zulasten kostbaren Ackerbodens. Zum anderen sehe die Planung die Schließung des Kindergartens Dreikäsehoch vor. Er solle durch den neu entstehenden Kindergarten in Hungen-West ersetzt werden. Die Steuergelder, die in den letzten Jahren in die Renovierung von Dreikäsehoch investiert wurden, wären damit verloren. Eine Alternative zu diesem Szenario wäre der Erhalt des Kindergartens mithilfe einer neuen Zufahrt.

Fellner von Feldegg versprach, die bei der Ortsbegehung vorgetragenen Anregungen und Kritiken in die parlamentarische Behandlung einfließen zu lassen.

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