Magerrasen in Villingen im Fokus der Kamera

Hungen (pm). Am Wallenberg in Villingen entstand ein Info für das neue Informationszentrum "Schäferei und Naturschutz" in Hungen. Er informiert über die Pflege von artenreichem Magerrasen, so genannten Hutungen.

Die Beweidung mit Schafen besitzt eine große Bedeutung für Naturschutz und Landschaftspflege. Speziell die artenreichen Magerrasen mit ihren pinkfarbenen Nelken und Thymianpolstern, die man auf trockenen, steinigen Kuppen und Hängen findet, sind auf diese Beweidung angewiesen. Weil dort traditionell Schafe gehütet wurden und teilweise noch werden, bezeichnet man solche Flächen auch als Hutung. Sie sind anders kaum nutzbar und verbuschen ohne Nutzung. Dies ist in früheren Jahren auf einigen Flächen auch bereits passiert. Einige Naturschutzgruppen sind deshalb aktuell in Zusammenarbeit mit dem LIFE-Naturschutzprojekt "Wetterauer Hutungen" dabei, wieder Flächen von Gebüsch zu befreien.

Am vergangenen Wochenende gab es den ersten ehrenamtlichen Einsatz in diesem Herbst. Am Wallenberg bei Villingen wurden Naturschutzgruppen aus Villingen und Langd gemeinsam aktiv, um 700 Quadratmeter Fläche zu entbuschen. Unterstützung erhielten sie, was den Obstbaumschnitt angeht, aus Stornfels. Eine Besonderheit des Termins war, dass dieses Mal gefilmt wurde, wie die Naturschützer ihre Pflegemaßnahmen praktisch umsetzen und was sie dazu zu erzählen haben. Der Film, der aus den Aufnahmen entsteht, wird im Infozentrum "Schäferei und Naturschutz" gezeigt werden.

Dieses Infozentrum, das gerade im Bau ist, soll im kommenden Mai zusammen mit der Schaukäserei in der Hungener Altstadt eröffnet werden.

Die Filmemacherin Heidi Sieker und ihr Kameramann waren begeistert von der Aktion, zumal der Drehtag bei bestem Wetter stattfand. Neben Entbuschung und Baumpflege wurde auch gefilmt, wie Kinder mit ihren Betreuern einen Lesesteinwall aufsetzen. Er soll zukünftig Eidechsen einen sicheren und warmen Unterschlupf bietet. Vielleicht zieht auch die seltene Schlingnatter dort ein. Mittags gab es einen Eintopf zur Stärkung: Linsensuppe mit Lammfleisch. Ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Schäfereien ist nämlich eine bessere Vermarktung Lammfleischs aus der Region. Denn die Schäfer brauchen nicht nur Futterflächen, sondern auch Absatz für ihre Produkte, wenn ihre Existenz gesichert werden soll. Der nächsten Arbeitseinsätze sind am 3. November auf dem "Köppel" von Langd und am 17. November wiederum am "Wallenberg" bei Villingen. Wer sich gern beteiligen möchte und bisher keinen Ansprechpartner kennt, kann sich bei Norbert Hessler (06402/1509) melden.

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