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Arbeitseinsatz am Karsamstag: Helfer der Initiative "RIB Care" laden in Hungen die Hilfsgüter aus China aus - auch der Hessische Rundfunk begleitete die Aktion. FOTO: PM

Luftbrücke von China nach Oberhessen

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Hungen/Lich/Bad Nauheim(phk). Tolle Aktion: Der EC Bad Nauheim und die Firma RIB Software SE, ein Gesellschafter des Wetterauer Eishockey-Zweitligisten, unterstützen aktiv den Kampf gegen das Coronavirus. Am Karfreitag empfingen die Roten Teufel eine Lieferung mit über 50 000 Artikeln, darunter 30 000 medizinische FFP 2-Schutzmasken, Schutzanzüge, -brillen und Handschuhe, die per Luftfracht aus China nach Frankfurt gekommen war. Nun wil l der Klub Krankenhäuser, Pflegeheime und -dienste mit Masken beliefern und so im Kampf gegen das Virus unterstützen; davon profitiert auch die Asklepios-Klinik in Lich: Das Krankenhaus erhielt u. a. 2000 Schutzmasken. Am Karsamstag wurde das Material in Hungen auf Fahrzeuge am Lager der Firma Muehl 24 / xTWO, einer Tochterfirma der RIB Software SE, verladen.

Hilfe durch gute Kontakte in China

Das Unternehmen RIB Software SE (Jahresumsatz 2019: 214,6 Millionen Euro, mehr als 2000 Mitarbeiter weltweit), das Software für das Bauwesen entwickelt, hat unter anderem eine Dependance in China. Innerhalb der Firma existiert mit "RIB Care" eine eigene Hilfsinitiative. Die schreibt über sich: "Ziel ist es die Menschen in Not jetzt aktiv zu unterstützen." Dafür habe der Verwaltungsrat im ersten Schritt einen Etat von 500 000 Euro genehmigt, außerdem wurden Mitarbeiter, Partner und Tochterunternehmen dazu aufgerufen, zu spenden. Allgemein gehe es dem Unternehmen darum, eine Luftbrücke zwischen Europa und Asien aufzubauen, um medizinisches Personal in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen - den "Helden unserer Zeit", wie die Firma schreibt - zu unterstützen.

Beatmungsgeräte sollen bald folgen

Auch der Hessische Rundfunk begleitete die Aktion, die das Team von "RIB Care"am Samstag unter anderem in die Licher Asklepios-Klinik geführt hatte. In einer Video-Schalte sagte Geschäftsführer Wolf, der inzwischen seit 20 Jahren in Asien lebt und arbeitet, dem HR: "Meine Eltern sind beide dement und im Krankenhaus. Die Betreuer sind alle ohne Masken unterwegs. Als ich diesen Notstand gesehen habe, habe ich beschlossen, dass wir auch als mittelgroßes Unternehmen einen Beitrag leisten müssen, diese Krise so schnell wuie möglich zu beenden."

Trotz der großzügigen Summe sei die Beschaffung und der Transport der Schutzausrüstung aus China allerdings alles andere als einfach gewesen. "Hier in China ist gerade die ganze Welt unterwegs, um Hilfsgüter einzukaufen, wodurch in den Lieferbeziehungen Chaos herrscht", erklärte Wolf. Nach vier Tagen am chinesischen Zoll schafft die Lieferung schließlich aber den Weg nach Deutschland, wo Christoph Hussmann von xTWO die Aktion nun von Hungen aus koordiniert. Die erste Lieferung wird nun in Hessen und Sachsen, wo das Unternehmen ebenfalls einen Standort unterhält, verteilt.

Hussmann, der auch die Interessen der Firma bei den Gesellschafterversammlungen des EC Bad Nauheim vertritt, sagte gegenüber dem HR: "Jede Hand zählt und alles, was wir im Moment machen können, um diese Epidemie einzudämmen, hilft." Aus diesem Grund sollen in den weiteren für die kommenden Tage und Wochen angekündigten Lieferungen auch Beatmungsgeräte für schwer erkrankte Patienten enthalten sein.

Ab dem heutigen Dienstag sollen zunächst die mehreren Tausend Masken von den Geschäftsstellenmitarbeitern der Roten Teufel in der Kurstadt verteilt werden.

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