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"Die Geburt": Etappen des Lebens, einprägsam in Szene gesetzt von den Akteuren des Kurses "Darstellendes Spiel" der Jahrgangsstufe 12 in der Gesamtschule Hungen.

Wie das Leben so spielt

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Hungen (con). "Als ich so in meinem Fotoalbum herumblätterte, fragte ich mich: Wo komme ich eigentlich her?" Diese Frage steht stellvertretend für all jene Stücke, die am Dienstagabend in der Gesamtschule Hungen (GesaHu) zu sehen waren. Wer bin ich? Woher komme ich? Was macht mich aus? Welche Ereignisse haben mich besonders geprägt? Fragen, die sich auf die eine oder andere Weise jeder einmal stellen wird. Ist es Schule und Kindergarten, die einen besonders prägen oder doch die Familie? Wie kommen die Geschichte der Großeltern und die besonderen Erlebnisse in der Kindheit zum Tragen?

Es sind genau diese Fragen, mit denen sich die Schüler des Kurses "Darstellendes Spiel" aus dem Jahrgang 12 mit ihrer Lehrerin Adina Dunkhorst gestellt haben. Dabei herausgekommen ist ein buntes Potpourri an Erlebnissen, Erfahrungen und Eindrücken aus ihren Biografien, das die Schüler nun auf die Bühne brachten - Lacher und auch Nachdenkliches waren vorprogrammiert.

Die Geschichte des eigenen Lebens - kurz und prägnant vorgestellt: Die Geburt, die Einschulung, der Wechsel der Schule, die Sorgen um die Schulnoten, der erste Kuss, der erste Herzschmerz... Gedanken daran, was man in Zukunft tun wird - vieles davon beschäftigt junge Menschen in ihren ersten 18 Lebensjahren.

Auf dem Weg ins Erwachsenenleben

Eine Frage, von der man sich in diesem Alter kaum eine richtige Vorstellung machen kann, ist: Wo siehst du dich in zehn Jahren? "Zehn Jahre - das ist so leicht gesagt", beschreibt es Tom Weber in seiner Szene. "Heute bin ich 18, dann bin ich 28, fast 30 - ein alter Sack". Und dann der unvermeidliche Vorschlag der Eltern, nachdem man eine schlechte Note mit nach Hause bringt - ganz in Anlehnung an "Junge", den Hit der Ärzte: "Warum gehst du nicht zu Onkel Werner in die Werkstatt? Der gibt dir eine Festanstellung, wenn du ihn darum bittest". All das bildet letztlich die Identität junger Menschen auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben.

Über das gesamte Schuljahr hinweg beschäftigten sich die Schüler gemeinsam mit ihrer Lehrerin mit dem biografischen Theater, schrieben Szenen und entwickelten so nach und nach das rund einstündige Theaterstück, das sie am Dienstag erstmals und abermals am Mittwoch auf die Bühne brachten. Dabei wurde auch besprochen, ob man Szenen, die man selbst so erlebt hat, auch selbst spielt oder ob doch lieber ein anderer Mitschüler die Geschichte aufführen soll. Das wirkte sich dann auch auf die Aufführung aus: Wer welche Geschichte selbst erlebt hat, das spürt der Zuschauer sofort.

Im zweiten Theaterstück des Abends präsentierte dann der DS-Kurs von Lehrer Marcus Seipp seine Eigenproduktion in Anlehnung an den Film "Titanic" - und hier gab es viel zu lachen: Eine Einladung zur "Reise ihres Lebens" auf einem vermeintlich unsinkbaren Traumschiff endet ganz anders, als es sich viele der Passagiere vorstellen konnten - an einem Eisberg.

Weitere Vorstellungen finden am kommenden Dienstag und Mittwoch, dem 23. und 24. Juni, jeweils um 19.30 Uhr in der Aula der Gesamtschule Hungen statt.

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