Lange Wunschliste für Hungen-West

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Hungen(pm). Wie soll das Neubaugebiet Hungen-West aussehen? Soll der Fokus auf öffentlichem Nahverkehr oder einer guten Autoanbindung liegen? Und soll es ein Stadtteilzentrum und einen Kindergarten geben? Diese und weitere Fragen stellte die Stadt Hungen ihren Bürgern. Die Ergebnisse stellte die Stadt nun vor. Wermutstropfen: Lediglich 128 von bald 12 000 Einwohnern nahmen an der Befragung teil.

"Wir wollten die Bürger frühzeitig einbinden und werden die Ergebnisse nun in den Planungsprozess einfließen lassen", sagte Bürgermeister Rainer Wengorsch. Die Fragen waren in Kategorien wie Wohnen, Einzelhandel, Energie, Verkehr und Klimaschutz unterteilt.

Als Ergebnis lasse sich festhalten, dass ein Wunsch nach vielfältigen Wohnformen bestehe. Altersgerechtes Wohnen, aber auch Einfamilienhäuser waren sehr beliebt. Mehr als 80 Prozent sprechen sich gegen private "Steingärten" aus. Rund zwei Drittel betonen die Wichtigkeit der Verpflichtung zur Nutzung des Niederschlagswassers, einer zentralisierten Wärmeversorgung und von energetisch optimierten Bauformen.

Eine große Mehrheit der Befragten von bis zu 80 Prozent sprach sich für die Schaffung von Freizeitmöglichkeiten für alle Generationen aus. Spielplätze, ein Generationenpark und öffentliche Grünflächen stehen oben auf der Wunschliste.

Große Einigkeit herrscht auch beim Thema Nahversorgung. Zwei Drittel der antwortenden Bürger wünschten sich Geschäfte im neuen Baugebiet, insbesondere einen Bäcker. Einen Arzt wünschte sich etwas mehr als die Hälfte, Gastronomie wurde von 48 Prozent genannt.

Vier von fünf Befragten halten einen Kindergarten und Pflegeinfrastruktur in Hungen-West für wichtig. Ein Stadtteilzentrum hielt lediglich ein Viertel für notwendig.

In der Umfrage wurde auch barrierefreie Mobilität favorisiert. Besonders deutlich fällt mit 97 Prozent das Votum für durchgehende Rad- und Fußwege aus. Auch die gute Erreichbarkeit des Bahnhofs und der Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist für 80 Prozent ein Muss.

Paradox: 68 Prozent wollen den Pkw-Verkehr reduzieren, 60 Prozent aber eine auto-freundliche Anbindung des Gebiets an das umgebene Straßennetz. Wie man diesen beiden gegensetzlichen Wünschen gerecht werden soll, dürfte den Planern Kopfzerbrechen bereiten.

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