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Langder Kirchturm wird saniert

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Der Kirchturm gehört zum Dorf einfach dazu. Damit das in Langd auch in den kommenden hundert Jahren so bleibt, wird er nun saniert.

Dort, wo sonst der Kirchturm in der Langder Skyline auftaucht, ist seit einigen Wochen ein Baugerüst zu sehen. Handwerker sind darauf im Einsatz, arbeiten an Balken, dem Dach und dem Glockenstuhl.

In der schmalen Gasse vor der Kirche stehen Pfarrerin Elvira Bodenstedt und Wolfgang Fritz, Vorsitzender des Kirchenvorstands. Sie freuen sich, dass die Arbeiten gut und zügig vorangehen. "Wir sind guten Mutes, dass wir Weihnachten wieder die Glocken läuten können", sagt die Pfarrerin. Damit würde erstmals seit acht Jahren das komplette Geläut zu hören sein.

Vor einigen Jahren war aufgefallen, dass beim Läuten der Glocken der gesamte Turm mitschwang. 2012 kam ein Gutachter zu dem Ergebnis, dass die große Glocke aus Sicherheitsgründen nicht mehr geläutet werden dürfe. Sonst drohe Einsturzgefahr. Seitdem blieb sie stumm.

Als Bodenstedt 2016 als neue Pfarrerin ihren Dienst antrat, bestand noch die Hoffnung, dass eine Ertüchtigung des Glockenstuhls ausreichen würde, um das Problem zu lösen. Als sich Architekten Stefanie Muskau den Turm genau anschaute, wurde aber schnell klar, dass es viele Schäden gab. Unter anderem waren alle Hölzer und die Schiefereindeckung in einem schlechten Zustand. Daraufhin fiel der Entschluss, auch das restliche Bauwerk zu untersuchen - nicht dass am Ende ein sanierter Kirchturm neben einem maroden Kirchenschiff stünde.

"Wir haben die Kirche von unten links nach oben rechts komplett untersuchen lassen", sagt Fritz. Dabei wurde klar, dass auch das Dach des Kirchenschiffs in die Jahre gekommen ist, zudem eine Innensanierung fällig wäre. Dringendste Baustelle blieb jedoch der Turm: "Eine Innenrenovierung wäre schön", sagt die Pfarrerin. "Aber mit einer dunklen Wand kann ich leben, mit einem löchrigen Dach nicht." Geplant ist, die Probleme am Dach des Kirchenschiffs in einem zweiten Bauabschnitt zu lösen. Die Langder Kirchengemeinde hatte großes Glück: "Wir haben alles genehmigt bekommen, bevor Corona begann", sagt Bodenstedt. 415 000 Euro soll die Sanierung kosten. 80 Prozent davon übernimmt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). "Wenn das alles die Gemeinde hätte stemmen müssen, hätten wir die Kirche abschließen müssen." Diese hat jedoch auch an den verbliebenen 20 Prozent noch genügend zu knabbern. Zwar hat das Landesamt für Denkmalschutz auch einen Zuschuss gewährt, trotzdem werden weiterhin Spenden benötigt, um den Sanierungskredit abzutragen. Die Arbeiten an dem Baudenkmal selbst gehen derweil zügig voran: Die alten Schieferplatten sind bereits alle abgenommen. Derzeit sind die Zimmerleute am Werk, danach werden die Dachdecker anrücken.

Die Gottesdienste sind von den Arbeiten nicht betroffen. Dies ist auch gut so: "In den Zeiten von Corona hat sich in Langd der Kirchenbesuch verdreifacht", berichtet Bodenstedt.

Zum Abschluss der Kirchensanierung soll der Wetterhahn auf seinen Platz auf der Kirchturmspitze zurückkehren. Fritz, der Vorsitzende des Kirchenvorstands, hofft, dass die Langder mittlerweile "tierlieber" sind als noch vor ein paar Jahrzehnten: Der alte Wetterhahn zeigte zahlreiche Einschusslöcher von Schießübungen mit dem Luftgewehr aus den 1980er Jahren.

Wer die Kirchensanierung unterstützen möchte, kann eine Spende auf das Konto der evangelischen Kirchengemeinde Langd bei der Sparkasse Laubach-Hungen überweisen (IBAN DE94 5135 2227 0001 0008 01, Verwendungszweck: "Glockenturmsanierung").

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