Satte 580 Meter ist die Ortsdurchfahrt Langd lang. An der Kreuzung der Lindenstraße mit der Hiesbach soll der Bürgersteig (rechts, derzeit fast nicht vorhanden) breiter werden. 		FOTO: PAD
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Satte 580 Meter ist die Ortsdurchfahrt Langd lang. An der Kreuzung der Lindenstraße mit der Hiesbach soll der Bürgersteig (rechts, derzeit fast nicht vorhanden) breiter werden. FOTO: PAD

Langd bekommt »Busbahnhof«

  • vonPatrick Dehnhardt
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Hungen (pad). Die meisten Deutschen denken bei der »Lindenstraße« an Mutter Beimer und eine ARD-Fernsehserie. Die Langder hingegen denken an ihre marode Ortsdurchfahrt. Doch nicht nur die Fahrbahnoberfläche selbst hat Risse und Schlaglöcher, auch die Leitungen im Untergrund haben ihre besten Zeiten hinter sich. Stadt und Kreis planen darum die Sanierung, die 2021 starten könnte.

Im Herbst hatte es eine Bürgerversammlung gegeben. Dabei waren zahlreiche Ideen und Anregungen, aber auch Kritikpunkte vorgetragen worden. Diplombauingenieur Thomas Laiacker hat viele dieser Aspekte auf Wunsch von Stadt und Kreis aufgegriffen und in die Planungen eingearbeitet.

Bürgermeister Rainer Wengorsch hätte diese Pläne gerne im Rahmen einer Bürgerversammlung vorgestellt - geht nur derzeit wegen Covid-19 nicht. So wurden die Änderungen am Donnerstagnachmittag der Presse vorgestellt. Wengorsch kündigte jedoch eine Anliegerversammlung für das Frühjahr 2021 an.

Vorher werden die Bauarbeiten sowieso nicht beginnen. Aufgrund der umfangreichen Planungsänderungen werden noch einmal die Träger öffentlicher Belange gehört, dann stehen die Ausschreibungen an. Gerechnet wird mit Gesamtkosten von rund zwei Millionen Euro. Der Landkreis trägt davon rund 870 000 Euro, sagte Kreisbaudezernentin Dr Christiane Schmahl. Davon fördert wiederum das Land Hessen 70 Prozent.

Während der Kreis die Fahrbahn übernimmt, muss die Stadt Hungen die Kosten für die Gehwege aufbringen - ohne Anliegerbeiträge, da diese abgeschafft sind. Nur für den Tausch maroder Hausanschlüsse würden die Grundstückseigentümer zahlen müssen. Zudem werden die Wasser- und Abwasserleitungen erneuert. »Für einen zukünftigen Glasfaserausbau werden Leerrohre verlegt«, sagte Wengorsch.

Das Antlitz der Ortsdurchfahrt wird sich durch die Erneuerung deutlich verändern. Das beginnt bereits am Ortseingang von Hungen kommend. Dort soll eine Art »Bremsbacke« in die Fahrbahn ragen: Der Verkehr aus dem Dorf heraus hat freie Fahrt, der ins Dorf hinein soll hingegen vor dem Hindernis warten. Diese Einbuchtung soll gleichzeitig das Überqueren der Straße erleichtern, sagt Planer Laiacker. Denn statt über sechs Meter sei die Fahrbahn an dieser Stelle dann nur vier Meter breit.

Haltestellen zentral am Bürgerhaus

Damit die Einbuchtung nicht einfach überrollt wird, soll die Bordsteinkante 20 Zentimeter hoch werden. Auf die Frage, ob nicht das Risiko bestehe, dass Autofahrer sich dennoch auf Höhe der Verengung begegnen und dann einer auf den gegenüberliegenden flacheren Bordstein ausweicht, erklärte der Planer: »Das wird nicht passieren, dass dort einer über den Gehweg fährt.« Wengorsch fügte hinzu, dass man für »normal veranlagte« Autofahrer plane.

Auch von Rabertshausen kommend soll es solch eine Bremsbacke geben. Zudem soll dort der Gehweg der Lindenstraße bis zu einem Feldweg hin verlängert werden, sodass Spaziergänger auf den letzten Metern nicht mehr auf die Straße ausweichen müssen.

An der Stelle, an der die Ortsdurchfahrt von der Lindenstraße in die Taunusstraße übergeht, soll die Einmündung in die Hiesbach einen Bürgersteig erhalten, der diesen Namen auch verdient.

Die Bushaltestellen verschwinden aus der Ortsdurchfahrt und werden vor das Bürgerhaus in den Schotterweg verlegt - der übrigens durchgehend asphaltiert ist. Dort werden zwei komplett neue Haltestellen mit Hocheinstieg und Wartehäuschen errichtet. »Für Schulkinder ist das der optimale Platz: Sie sind vollkommen von der Hauptstraße weg«, sagt Wengorsch. Zudem komme man damit dem Wunsch der Langder nach, die Haltestellen an einem Platz zu zentralisieren. »Fast schon ein Busbahnhof«, scherzte Wengorsch.

Planer Laiacker berichtete, dass zudem an der Ecke Taunusstraße/Zum Dorffrieden ein Bürgersteig angelegt werden soll. Dadurch werde sich der Kurvenradius deutlich verändern.

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