Kritik an Hebesätzen

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Hungen(pm). Vor einem Jahr sorgen geplante Steuererhöhungen in Hungen für Diskussionen. Die schließlich vom Stadtparlament beschlossene Anhebung der Hebesätze auf 440 v. H. für die Gewerbesteuer und 470 v. H. für die Grundsteuer B sollte zunächst auf ein Jahr befristet sein. Nun kritisiert der Verein "Pro Hungen", dass auch der Haushaltsentwurf für 2021 die höheren Hebesätze beinhaltet.

"Pro-Hungen"-Vorsitzender Fabian Kraft schreibt in einer Pressemitteilung, dass die Steuererhöhungen 2020 mit niedrigen Schlüsselzuweisungen begründet worden seien. Die hätten sich nicht wiederholt. Das Land Hessen habe die zu erwartenden Einbußen durch Corona sehr großzügig kompensiert, "sodass sich im Hungener Rathaus - anders als bei vielen privaten Haushalten in Hungen - bisher niemand um Einsparmöglichkeiten Gedanken machen musste." Umso spannender werde also sein, wie sich nun die Hungener Stadtverordneten positionieren. Pro Hungen sieht es als Priorität für 2021 an, Existenzen in Hungen zu sichern. Seien es die Gewerbetreibenden, die durch den Lockdown und seine Spätfolgen bereits massive Umsatzeinbußen zu verzeichnen haben oder auch Arbeitnehmer, die aufgrund von Kurzarbeit, Jobverlust oder Freistellung zur Kinderbetreuung bereits Lohnkürzungen hinnehmen mussten und nun durch eine Erhöhung der Grundsteuer, ob im Eigenheim oder der Mietwohnung, doppelt belastet werden. Familien mit Kleinkindern würden aufgrund der angekündigten Erhöhung der Betreuungskosten um rund fünf Prozent dann sogar mehrfach belastet.

Zur Vermeidung einer erneuten Steuererhöhung könnte Hungen auf einige "Nice-to-have"-Projekte verzichten oder diese zumindest verschieben, schreibt Kraft. Dazu gehört seiner Ansicht nach beispielsweise die Restaurierung des "Darmstädter Hofs".

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