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Die Zimmerer-Junggesellen im Kreis von Innungs-Vorstandsmitgliedern.

Krisenfeste Arbeitsplätze

  • VonFranz Ewert
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Hungen (sel). Die Mehrzweckhalle in Inheiden lieferte den äußeren Rahmen für die Freisprechungsfeier der Zimmerer-Innung Gießen. Innungsobermeister Christopher Rinn (Heuchelheim) nannte die bestandene Gesellenprüfung einen ersten Meilenstein im noch jungen Berufsleben des Handwerks-Nachwuchses mit dem markanten äußeren Erscheinungsbild. Denn die typische Berufskleidung der Zimmerleute kommt nicht nur im Alltag zum Tragen, sondern auch bei allen möglichen Anlässen, bei denen die Zimmerer mitwirken.

Und bei der Freisprechungsfeier des eigenen Berufsnachwuchses ist das Tragen der »Kluft« ohnehin eine Selbstverständlichkeit.

»Ihr habt einen uralten und zugleich höchst modernen Beruf erlernt«, sagte Rinn. Beim Zimmererberuf von einem »Job« zu sprechen, verbiete sich, denn damit sei eine Gelegenheitsarbeit gemeint. Und diese Einstufung treffe auf das Handwerk allgemein und bei den Zimmerern im Blick auf den Umgang mit dem Grundbaustoff Holz im Besonderen keinesfalls zu.

Rückgrat der Volkswirtschaft

Auch wenn im Zimmerer-Handwerk Computer, CNC-gesteuerte Maschinen, Mail und Internet schon lange nicht mehr wegzudenken sind, so unterscheide eine unverzichtbare Grundlage die Zimmerer von vielen anderen Gewerken, so Rinn: »Die Zimmerer waren und sind schon immer diejenigen gewesen, die sich Gedanken machen müssen, damit alles passt, bevor sie mit der Montage der Konstruktion auf der Baustelle beginnen«.

Das Berufsbild des Zimmerers habe sich in den letzten Jahren entscheidend den Erfordernissen, neuen Materialien und Techniken angepasst. »Und das wird sich auch in den nächsten Jahren in dieser Weise weiterentwickeln.«

Namens der Kreishandwerkerschaft und in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der Zimmerer-Innung Gießen hob Uwe Bock das Handwerk als Wirtschaftszweig mit Berufen hervor, die auf der Basis von krisenfesten und stabilen Arbeitsplätzen mit Weiterbildungsalternativen vom Lehrling bis zum Meister und Betriebswirt alle Möglichkeiten bieten. Handwerk bleibe als Rückgrat einer gesunden Volkswirtschaft eine stabilisierende Komponente des Systems. Die Junggesellen sollten ihre berufliche wie die persönliche Zukunft als »Raum der Möglichkeiten« betrachten, den sie selbst ausstatten können, sollen und dürfen.

Die Gesellen im Zimmerer-Handwerk: Leonhard Etzel (Heuchelheim, der Innungsbeste, Ausbildungsbetrieb Wilhelm Rinn XI, Heuchelheim), Chris Grütz (Fernwald, AB Heino Horn, Albach), Maximilian Möller (Usingen, AB Holzbau Buss, Ettingshausen), Kai Raphael Knoll (Gießen, AB Laumann, Launsbach), Armen Demirci (Buseck, AB Michael Appel, Holzheim), Edmond Gargard (Grünberg, AB Bosold, Laubach), Christian Müller-Späth (Marburg, AB Timotheus Ergang, Gießen-Allendorf) und Denis Fijuljanin (Laubach, AB Reining, Lardenbach) sowie der Ausbaufacharbeiter-Zimmerer Johannes Niklas Garrit Lehmann (Wettenberg, AB Markus Sadler, Inheiden).

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