Kornblumen und Spitzwegerich

  • vonKarl-Josef Graf
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Hungen(kjg). Der MSC Horlofftal hat auf seinem Gelände an der Rewe- und Niddaer Straße eine 1000 Quadratmeter große Blütenflächen geschaffen. Im Rahmen der Aktion "Hungen wird bunt" haben die Vereinsmitglieder bei zahlreichen Arbeitseinsätzen vorbereitet, gesät, gepflegt und gewässert. Alleine das Rausreißen der Disteln habe viele Stunden gedauert, erläuterte MSC-Vorsitzender Manfred Möll. Auch wenn die Blütenfläche derzeit noch etwas karg aussehe, ist er sicher, auf dem richtigen Weg zu sein, habe der Verein doch neben der Jugendarbeit und der Verkehrserziehung auch den Umweltschutz auf der Agenda.

Der 350 Mitglieder starke Club hat, wie andere Vereine auch, mit Problemen wie Mitgliederschwund, Überalterung und fehlender Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung und Ämtern zu kämpfen. Trotzdem gelingt es ihm immer wieder, spektakuläre Veranstaltungen und Projekte durchzuziehen. Neben den traditionsreichen Oldtimerausfahrten, dem größten Traktortreffen der Region in Villingen sowie der Beteiligung von Mitgliedern an sportlichen Veranstaltungen sind auch der Neubau des Vereinsheims und die Einrichtung der stärksten Elektrotankstelle der Region zu nennen.

Fachlich unterstützt durch den Bauhof der Stadt und Naturschützern verschiedener lokaler Organisationen haben die MSCler das Projekt gestemmt, und Möll ist stolz darauf, die Saaten mit Akribie und Liebe zum Blühen gebracht zu haben. Zwei Gramm Saatgut je Quadratmeter in drei unterschiedlichen Bereichen habe man ausgebracht, und dabei penibel darauf geachtet, die Abgrenzung der Flächen mit Breiten von eineinhalb Metern für Gras mit Blumen, zwölf Metern Blühwiese und noch einmal eineinhalb Metern für längerjährige Stauden einzuhalten.

Viele Samen noch nicht aufgegangen

Vier verschiedene Mischungen eines "Regionalsaatgutes", das für den Standort geeignet sei, wurden verwendet und insgesamt 60 verschiedene Pflanzen eingebracht.

Stephan Kannwischer vom NABU Horlofftal bestätigte dem MSC, dass bereits in diesem Jahr etwa 30 verschiedene Arten zu erkennen seien. Eine solche Blühwiese, sagte Bodo Fritz vom NABU Langd (VNULL), sei in den ersten zwei Jahren kein Schmuckstück. Ackerwinde, Weißer Gänsefuß und Disteln würden im Laufe der Zeit zurückgedrängt, und es entstehe eine artenreiche Wiese für Insekten und Bienen, ist sich Kannwischer sicher. Schon heute sehe man Feldrittersporn, Weinbergslauch, Traubenkopfleimkraut, Windenknöterich, Fünffingerkraut, Kornblumen, Klatschmohn, Spitzwegerich, Wicken, Löwenzahn sowie auf ganz engem Raum verschiedene Arten einer Familie: die lanzettblätterige Kratzdistel, die Gänsedistel und die Ackerkratzdistel. Viele Samen seien noch nicht aufgegangen. Mit ihrem "Erwachen" könne man in den nächsten Jahren rechnen. Es brauche Geduld, wenn man eine solche ökologisch wertvolle Fläche für Kleinstlebewesen, Insekten und Vögeln errichten wolle.

Im Oktober letzten Jahres hatte die Stadt unter dem Titel "Hungen wird bunt" ihre Bürger, Vereine, Firmen und Kindergärten aufgerufen, möglichst viele Flächen in der Stadt zum Blühen zu bringen, erläuterte Hungens Klimaschutzmanagerin Annika Ploenes. Inzwischen sei vieles erreicht, aber erst in ein bis zwei Jahren habe man gefestigte Erkenntnisse, um zu sehen, wo und wie man weitermache. Die Stadt habe geplant, zu diesem Thema in Kürze die Öffentlichkeit zu informieren.

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