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So hat man die Nonnenröther Kirche noch nicht gesehen: Bei »Pop meets classic« wird sie zum strahlenden Kunstobjekt.

»Pop meets classic«

Kirche in Nonnenroth wird zum Leuchtturm

  • VonPatrick Dehnhardt
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Mit spektakulärer Licht-Show und klanggewaltiger Musik wird in Nonnenroth die erste große Veranstaltung zum Dorfjubiläum gefeiert.

Lichtkegel wandern durch die Nacht, streifen die abgeernteten Getreidefelder, frisch gemähte Wiesen, die Spitzen der Apfelbäume und die Blätter der Bäume am Waldrand. Doch das bunte Herbstlaub ist an diesem Abend nichts im Vergleich zur Nonnenröther Kirche. In allen Farben des Regenbogens wird sie angestrahlt, wechseln die Farbtöne im Rhythmus der Musik, die von der Orgel im Inneren des Wahrzeichens erklingt.

136 Jahre alte Orgel im Mittelpunkt

»Pop meets classic« - es war nicht die erste Auflage des Orgelspektakels mit großer Lichter-Show, dafür aber eine Besondere. Zum einen feiert Nonnenroth seine erste urkundliche Erwähnung vor 750 Jahren in diesem Jahr. Und das Orgelfestival ist dabei die erste große Veranstaltung zum Dorfjubiläum.

Womit man direkt beim nächsten Thema wäre: Es war auch die bisher größte Veranstaltung in Nonnenroth in diesem Jahr. 350 Stühle waren auf der Wiese am Fuße des Kirchbergs aufgestellt worden, deutlich mehr Besucher waren anwesend. Vor ein paar Monaten wäre dies nur möglich gewesen, wenn Nonnenroth EM-Austragungsort gewesen wäre. Doch nun ist es dank vieler Geimpfter und vor allen Dingen wegen des Rahmens als Open-air-Veranstaltung wieder möglich, auch zum Musik hören und Musik genießen zusammenzukommen.

Für den Genuss sorgte als erstes Jan Nils Lohrey. Mit der Titelmelodie der Serie »Game of thrones« eröffnete er klanggewaltig den Abend, Feuerfontänen stiegen dazu von der Friedhofsmauer in den Nachthimmel. Mit dem »Miss Marple«-Theme, dem »Summer of 69« und »Hey brother« deckte er Melodien für alle Altersgruppen ab.

Die eingangs erwähnten lichtstarken Scheinwerfer mit einer Reichweite von mehreren Kilometern dienten dabei als Werkzeuge für eine eindrucksvolle Lichter-Show. Die Nonnenröther Kirche wurde dabei gewissermaßen zum Leuchtturm in einer dunklen Nacht.

Hartmut Lemp erinnerte in seinem Grußwort daran, dass die Orgel 136 Jahre alt ist und einst nur unter einigen Entbehrungen angeschafft werden konnte. Das Vorgängermodell war noch gut in Schuss gewesen, doch im Alter von nur vier Jahren bei einem durch einen Blitzschlag verursachten Brand zerstört worden.

Im Ersten Weltkrieg wurden dann die Prospektpfeifen zusammen mit zwei Glocken aus dem Dorf geholt, um als Material für Kriegswaffen zu dienen. Erst vor gut 40 Jahren konnten sie durch Nachbauten aus der ursprünglichen Metalllegierung ersetzt werden.

Das altehrwürdige Instrument ließ als Zweites John Patrick Dörhöfer zusammen mit seiner Stimme erklingen - unter anderem mit »I would walk 500 miles«, Altmeister Hermann Wilhelmi komplettierte an diesem Abend das Organistentrio.

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