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Anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums überreichen Henry Mohr (r.) und Klaus Jäckel (3.v.r.) Ehrenbriefe.

Jubiläumsfeier mit Verspätung

  • VonConstantin Hoppe
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Hungen (con). 100 Jahre Sport und Kultur in Obbornhofen: Am Sonntag feierte der traditionsreiche Sport- und Kulturverein Fortuna Obbornhofen sein 100-jähriges Jubiläum, zu dem inzwischen ein weiteres Jahr gekommen ist. Dazu hatten die Verantwortlichen neben einem Frühschoppen auf dem Sportplatz auch ein kleines Programm zusammengestellt.

Gegründet zunächst als Turnverein am 20. Juni 1920, traten damals 53 aktive und 38 passive Mitglieder ein. Das geht aus dem Gründungsprotokoll hervor. Erster Sprecher des Vereins wurde Wilhelm Zulauf. Eine Woche später beschloss der Verein seine Satzung.

Turnen, Fußball und Gesang

Turnstunden fanden anfänglich sonntagnachmittags sowie dienstag- und freitagabends statt. Unerlaubte Versäumnisse wurden mit Strafzahlungen belegt. Ebenfalls im Gründungsjahr wurde ein Spielmannszug ins Leben gerufen. Drei Jahre später schlug dann die Inflation zu und innerhalb eines halben Jahres entwickelte sich der Monatsbeitrag von 3,33 Mark für aktive Mitglieder auf 25 000 Mark.

Die nächsten Jahre entwickelte sich der Verein stetig und zahlreiche neue Mitglieder stießen dazu, 1926 zählte man bereits 113. Im gleichen Jahr stand der erste Höhepunkt für den Verein an: Die Ausrichtung des Gauturnfestes. Zu Beginn der Dreißigerjahre wurde in Obbornhofen erstmals eine Fußballmannschaft ins Leben gerufen, die zunächst als eigenständiger Verein fungierte und sich dann dem Turnverein anschloss.

Von 1935 bis 1945 ruhten die Aktivitäten des Vereins. Nach Ende des 2. Weltkrieges konnte der Turn- und Sportverein Obbornhofen unter dem 1. Vorsitzenden Albert Leschhorn neu gegründet werden und benannte sich am 18. Januar 1947 in Sport- und Kulturverein um.

Nach Heimkehr des Dirigenten Reinhold Glockengießer aus der Gefangenschaft wurde innerhalb des Vereins noch eine Gesangsabteilung gegründet, der 40 Sänger angehörten - die Verbindung von Sport und Kultur gehörte schon immer dazu. Am 8. Januar 1949 verselbstständigte sich die Gesangsabteilung und gründete den Gesangverein »Frohsinn« Obbornhofen.

Seitdem hat sich viel getan: Eine Sportanlage mit zwei Rasenplätzen und Flutlichtanlage wurde geschaffen und der Verein verfünffachte seine Mitgliederzahl: Heute zählt der SKV rund 350 Mitglieder - somit ist jeder zweite Obbornhofener in dem Verein.

Eigentlich hätte das 100-jährige Jubiläum bereits im vergangenen Jahr stattfinden sollen - doch wie auch überall sonst, machte die Corona-Pandemie den Vereinsmitgliedern hier einen Strich durch die Rechnung. Es war eine Situation, die auch der SKV in seiner 100-jährigen Geschichte nie erlebt hat und so manche Herausforderung und Sorgen mit sich brachte.

Ehrenplakette und Ehrenbriefe

Doch trotz aller widriger Umstände konnte das Jubiläum - jetzt eben das 101-jährige Bestehen - nun am Sonntag im Rahmen eines Frühschoppens auf dem Sportplatz in Obbornhofen gefeiert werden. Dazu begrüßte der heutige Vorsitzende Klaus Jäckel zahlreiche Gäste, darunter Landrätin Anita Schneider, die zum runden Jubiläum die silberne Ehrenplakette des Landes Hessen für das 100-jährige Bestehen des Vereins an den SKV-Vorsitzenden überreichen konnte.

Weitere Ehrungen überbrachte Kreisfußballwart Henry Mohr. Ein Verein könne nur dann funktionieren, wenn es genügend engagierte Mitglieder gebe. Dass das in Obbornhofen der Fall ist, wurde deutlich, weil gleich eine ganze Reihe dieser Mitglieder mit dem Ehrenbrief des Hessischen Fußballverbandes bedacht wurde: Martin Glockengießer, Ortwin Glockengießer, Christian Haid, Thomas Schneider, Holger Lauber, Axel Scheld, Susanne Scheld und Sabine Walter arbeiten zwar in ihren Funktionen meist eher im Hintergrund, »aber ihre Hilfe ist einfach unersetzlich«, meinte der Kreisfußballwart bei der Überreichung der Ehrenbriefe.

Wie sehr der SKV im Ortsgeschehen verwurzelt ist, zeigten die zahlreichen Vertreter der anderen Vereine, die beim Jubiläum dabei waren: Egal ob Heimatverein, Schützenverein, Landfrauen, Obst- und Gartenbauverein oder Naturschutzbund - alle Vereinsvertreter lobten die gute Zusammenarbeit über die Vereinsgrenzen hinaus. Und natürlich gab es auch einige Geschenke der anderen Ortsvereine.

Aus der näheren Umgebung waren ebenfalls einige Vereinsvertreter gekommen, um zu gratulieren und gemeinsam mit dem Obbornhofener SKV zu feiern. Als Geschenk gab es für jeden Gast aus Vereinen oder Politik einen SKV-Schal.

Und auch ganz neu zugezogene Gruppen haben bereits eine Verbindung zum Jubiläumsverein aufgebaut: Die in der Nachbarschaft ansässige Reenactment-Gruppe gab anlässig des Jubiläums eine kleine Vorführung ihrer Beschäftigung mit dem amerikanischen Bürgerkrieg. Im Anschluss ging es dann direkt in den gemütlichen Teil der Feier über, bei der die Blasmusikformation »Sauladen« für die passende Stimmung sorgte.

Mit einem Frühschoppen auf dem Sportplatz feiert der Sport- und Kulturverein Obbornhofen sein 100-jähriges Bestehen - aufgrund der Corona-Pandemie rund ein Jahr nach dem eigentlichen Jubiläumstag.

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