+
"Klickediklack": Ein atemberaubendes Tempo legen die Tänzer auf der Bühne der Stadthalle vor. FOTO: PAD

Irisches Lebensgefühl

  • schließen

Hungen(pad). "An der Nordseeküste, am plattdeutschen Strand sind die Fische im Wasser und selten an Land", sangen Hunderte Besucher gemeinsam und aus vollem Halse in der Stadthalle Hungen. Doch nicht etwa der Karneval war hier ausgebrochen, sondern das irische Fieber. Die Show "Best of Irish Dance" gastierte am Samstagabend in der Schäferstadt.

Bevor Sänger Barry Tierney, unterstützt von Fionn Morrison an der Flöte sowie Dudelsack und McGuiness an der Geige, die ganze Halle motivierte, die deutsche Version zu singen, spielte das Trio selbstverständlich das irische Original "The Wild Rover". Bei dem hatten sich einst "Klaus und Klaus" bedient, als sie ihre närrische Version dichteten. Nur wäre in der englischen Version das Hungener Publikum nicht so textsicher gewesen, so wurde die Nordsee-Version gesungen. Im Endeffekt ging es ja um den Spaß. Den hatten die Zuschauer, als sie der Tänzertruppe auf der Bühne zuschauen und auch zuhören konnten. Rund um die einzelnen Choreografien war als verbindendes Element die Geschichte eines unglücklichen Dancemasters gewebt: Patrick (Jason Hardaker) ist in die Tänzerin Kate (Holly Dalton Heath) verliebt, die jedoch schon mit einem anderen zusammen ist. Zunächst gelingt es ihm aber nicht, seine Angebetete von ihm zu überzeugen.

Selbst in seinen Träumen bleibt Patrick dieses Ziel verwehrt. Dabei landet er unter anderem in einem mittelalterlichen Dorf und versucht, der schuhlosen Bevölkerung den irischen Tanz beizubringen. Übrigens eine sehr passende Rolle für Hardaker: Der aus Südafrika stammende und mehrfache Gewinner nationaler Preise leitet eine eigene Schule für irischen Tanz.

Tänzerisches Feuerwerk

Zurück in der Gegenwart profitiert er davon, dass Kate seinen Kontrahenten beim Kuss mit einer anderen erwischt. Dancemaster Patrick kommt nun doch ans Ziel - was selbstverständlich mit einem tänzerischen Feuerwerk auf der Bühne gefeiert wird.

Der Klang der steppenden Schuhe dürfte den Besuchern noch lange im Ohr geblieben sein. Gerade als Hardaker und Michal Zubalik sich ein Stepptanzduell in atemberaubender Schrittgeschwindigkeit lieferten, war dies mehr als überwältigend. Schade war dabei lediglich, dass die Bühne ein Stück zu niedrig war. Dadurch konnten die hinteren Zuschauerreihen die Schritte nur auf der Leinwand verfolgen - und die Besucher merkten, dass das Bild mit einem Hauch Verzögerung angezeigt wurde. Positiv gesehen könnte man sagen, dass die beiden einfach Lucky Luke Konkurrenz machen können: Sie zogen zwar nicht, aber steppten schneller als ihr Schatten.

Um den Tänzern eine Verschnaufpause zwischen den einzelnen Choreografieblöcken zu ermöglichen, waren die eingangs erwähnten Musiker im Einsatz. Das war aber keinesfalls ein Zwischenspiel: Barry Tierney würde mit seiner Performance durchaus so manche Halle und definitiv jeden irischen Pub füllen. Zwar dürften nur echte Irlandfans alle Melodien gekannt haben, aber dafür transportierte er in seinen Liedern dieses irische Lebensgefühl, welches die Menschen weltweit fasziniert. Ein grandioser Abend. Da fehlte nur noch Guinness im Getränkeausschank.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare