Ein Weg für Ingrid Meybohm

  • vonKarl-Josef Graf
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Hungen(kjg). Eine stattliche Zahl von Hungenern war am Donnerstag an der Albert-Schweitzer-Straße in Höhe des Fußweges durch den Grassee zusammengekommen, um ihre verstorbene Mitbürgerin Ingrid Meybohm zu ehren. Der Fußweg durch den Grassee am Froschgraben entlang wurde in "Ingrid-Meybohm-Weg" benannt und das Straßenschild durch Bürgermeister Rainer Wengorsch und Ingrid Meybohms Sohn Ulli feierlich enthüllt. Es sei ein sehr schöner Spazierweg durch Hungen, der ihr bestimmt gefallen würde, hieß es in einem der Redebeiträge. Im November 2017 war die 1944 geborene Ingrid Meybohm verstorben.

"Wir ehren heute ihr Leben und Wirken und erkennen an, dass sie sich auf so vielfältige Weise für unsere Stadt engagiert hat", sagte der Bürgermeister. Ingrid Meybohm habe sich für den Naturschutz eingesetzt und sei Mitbegründerin der Grünen in Hungen gewesen. Menschen verbinden, um für die Stadt und die Bürger etwas zu erreichen, das sei eine ihrer großen Gaben gewesen. Ihr Einsatz bei der Arbeitsgruppe Stolpersteine und bei der Aufstellung des Gedenksteines am jüdischen Friedhof seien Beispiele dafür, sagte Wengorsch. Auch bei ihrer 20-jährigen Mitarbeit im Ortsbeirat habe sie das Gemeinwohl nie aus den Augen verloren.

Einsatz für jüdische Mitmenschen

"Die Erinnerung an Ingrid Meybohm hängt nicht an diesem Straßenschild, wir erinnern uns an sie, weil sie uns privat, beruflich und schulisch begleitet hat, und weil ihr Engagement weiterhin wirkt", sagte Rainer Wengorsch.

Christoph Fellner von Feldegg würdigte ganz besonders ihren Einsatz für die jüdischen Bürger aus Hungen. Sie sei Mitbegründerin der Arbeitsgruppe Spurensuche gewesen, habe für die Aufstellung eines Gedenksteins mit den Namen der Ermordeten gekämpft und jedes Jahr bei den Gedenkfeiern am Judenfriedhof den ermordeten jüdischen Bürgern durch ihren Vortrag den Respekt und die Würde zurückgegeben, die ihnen die Nazis genommen hatten.

Für die Hungener Grünen erinnerte Andrea Krüger an Ingrid Meybohm und für den Förderverein Begegnungsstätte Tilly Becker.

Ingrid Meybohm war von 1974 an Lehrerin an der Gesamtschule Hungen. Sie engagierte sich im Förderverein Begegnungsstätte für das Kulturzentrum.

Die leidenschaftliche Naturschützerin war zudem Gründungsmitglied der Grünen in Hungen und des NABU Horlofftal, gab ehrenamtlich Deutschunterricht, leitete das Erzählcafé und war Abteilungsleiterin des TSV 1848 Hungen. Sie engagierte sich für die Menschen, die Umwelt und ihre Stadt.

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