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Eines der wenigen Fotos, auf denen der alte Fußballplatz im Hintergrund zu sehen ist. Eingekreist: der Baum und ein Teul des Tores, was hinter dem Schnee hervorlugt.

In Hungen stand früher ein Baum mitten auf dem Fußballfeld

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Der zwölfte Mann hatte früher in Hungen eine besondere Bedeutung: Er war aus Holz.

So ein Fußballplatz zeichnet sich dadurch aus, dass zwischen zwei Toren in der Regel nur Grashalme, elf Spieler und ein Schiedsrichter stehen, gegebenenfalls noch zwei Linienrichter - beim Frauenfußball alles bis auf die Grashalme in weiblicher Form.

Klingt erst einmal banal, ist es aber nicht: Erst mit den am 1. Januar 1893 beschlossenen sogenannten »Jenaer Regeln« wurde festgelegt, dass ein Fußballfeld frei von Büschen und Bäumen sein muss.

Nun schien sich diese Nachricht auch in den 1920ern noch nicht bis nach Hungen herumgesprochen zu haben. Denn dort stand damals tatsächlich ein Baum mitten auf dem Spielfeld. Dazu gibt es zwar noch keinen Video, aber einen Fotobeweis - oben abgedruckt. Baum und Tor sind mit einem roten Kreis markiert.

Das Foto stammt aus dem 1983 aufgelegten Buch »Bilder Hungens«. Darin heißt es: »Der kleine alleinstehende Baum im Hintergrund ließ Geschichte schreiben. Er stand inmitten des damaligen Fußballplatzes, was wohl einmalig weit und breit war.« Obwohl der Baum nach den Regeln für Fußballplätze eine verdächtige Abseitsposition einnahm, gab es dennoch nie Probleme: »Gegen offizielle Ergebniswertungen wurden nie Einwände erhoben.« Auch die Fußballer hatten kein Problem: Sie spielten einfach um den Baum herum. Zudem war der Baum unparteiisch - jede Halbzeit unterstützte er ein anderes Team als Hindernis.

pad/FOTO: ARCHIV STADT HUNGEN

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