Othmar Wirth
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Othmar Wirth

"Ich gehe sowieso nicht einkaufen"

  • vonLena Karber
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Hungen(lkl). Die Corona-Pandemie hat den Alltag aller auf den Kopf gestellt.

Das öffentliche Leben steht still, soziale Kontakte haben viele nur noch telefonisch oder online. An dieser Stelle gewähren Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen Einblicke in ihren neuen Alltag gewähren. Heute: Othmar Wirth, Schäfer aus Villingen.

Wie verläuft Ihr Tag normalerweise?

Ich bin Schäfer und jeden Tag mit dem Vieh unterwegs. Sonst lebe ich ziemlich abgeschnitten von der Welt, denn ich habe keinen Computer und mein Handy ist schon etwa 20 Jahre alt.

Und wie sieht Ihr Alltag jetzt aus?

Der Tag verläuft bei mir ziemlich genauso wie immer. Klar, man möchte niemanden um sich herum haben und sieht zu, dass man nicht unter Leute gehen muss. Wenn ich die Schafe hüte und Spaziergänger kommen, dann gehe ich schon ein Stück weg, damit ich nicht mit ihnen in Kontakt komme. Aber Einschränkungen habe ich nicht, und ich denke auch nicht, dass es welche geben wird, sondern hoffe, dass wir weiterhin jeden Tag raus können zum Vieh. Aber ich mache mir keine Gedanken, sondern lasse alles auf mich zukommen. Man kann ja eh nichts machen. Sonst ist für mich alles wie immer. Einkaufen gehe ich sowieso nicht. Ich gehe höchstens tanken, aber das läuft ja ganz normal.

Das heißt, Sie vermissen nichts?

Nein, ich vermisse nichts. Ich habe nur Bedenken, dass hier alles kaputtgeht. Schauen Sie sich die Wirtschaft an. Die Menschen arbeiten nicht und verdienen kein Geld. Außerdem wird im Moment ein Haufen Schulden gemacht. Ich denke, das wird alles nicht so schnell über die Bühne gehen.

Was ist positiv?

Da fällt mir ehrlich gesagt nichts ein. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jemand an der Situation etwas Gutes findet. FOTO: JWR

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