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Die Hungener Konfirmanden und ihre Begegnung mit Trauer, Tod und Abschied

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Es war ungewöhnlich still in der Runde der Konfirmanden im Gemeindehaus in Hungen. Der Grund könnte das Thema gewesen sein, das viele zunächst sprachlos machte. Die etwa 13-jährigen Mädchen und Jungen haben sich mit Abschied und Tod beschäftigt.

Wer es nicht selbst schon in der Familie oder im engen Freundeskreis erlebt hat, schiebt es oft weit weg. Und wer es kennt, für den oder die ist es oft nicht leicht, denn viele Gefühle kommen wieder an die Oberfläche. Da war es gut, dass mit Silke Schulz-Laun, der Vertreterin eines Licher Bestattungsunternehmens, jemand zu Gast war, der etwas zum Anschauen und Anfassen mitgebracht hat.

Da standen Urnen, auch in ungewöhnlicher Form wie der Gestalt eines Fußballs (in der Mitte) Bilder und Schmuck aus der Asche verstorbener Menschen gemacht. Laun erzählte, was sie mit Angehörigen bespricht, die zu ihr kommen. Sie berichtete über unterschiedliche Bestattungsformen und darüber, wie sie versuche, zusammen mit den Hinterbliebenen individuell die passende Form des Abschieds und des Gedenkens für jeden Verstorbenen zu finden. Die Konfirmanden stellten danach viele Fragen.

Eines der Anschauungsobjekte hatte die Bestatterin im Auto gelassen. Dort konnten es die Jugendlichen am Ende dennoch betrachten. Für viele war es das erste Mal, dass sie einen Sarg gesehen haben. Auch die eigene Endlichkeit wurde ihnen da stärker bewusst als bei den vielen Gelegenheiten, bei denen der Pfarrer darüber spricht.

Während die eine Hälfte der Gruppe mit Bestatterin Laun zusammen war, setzte sich die andere Hälfte mit der Frage auseinander, was nach dem Tod ist. Beim Hören des Songs "Tears in Heaven" von Eric Clapton wurden die Konfirmanden angeregt, ihre eigenen Vorstellungen zu entwickeln. Clapton verarbeitet in dem Lied den plötzlichen Unfalltod seines fünfjährigen Sohnes. "Wirst du meinen Namen kennen, wirst du meine Hand halten, wenn ich dich im Himmel sehe?", fragt er immer wieder. "Hinter der Tür ist Frieden, da bin ich sicher. Und ich weiß: Es wird keine Tränen im Himmel geben." Die Hungener Konfirmanden haben in einer kreativen Übung ihre Bilder vom "hinter der Tür" zu Papier gebracht - sehr unterschiedlich, aber fast ausnahmslos hoffnungsvolle Bilder. pm/FOTO: PM

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