Hungener Grüne fordern Hitzeplan

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Hungen(pm). Bei der Hitzewelle in diesem Sommer mussten die Zugänge zum Inheidener/Trais-Horloffer See wegen der Corona-Auflagen schon um die Mittagszeit geschlossen werden. Auch rund um das Hungener Freibad waren keine Parkplätze mehr zu haben. "Eine lang andauernde Hitzeperiode führt zur Flucht der Stadtbewohner in die ländlichen Räume. Auch auf solche Folgen des Klimawandels müssen wir uns vor Ort einstellen", erklärt Frank Bernshausen von den Hungener Grünen.

Es sei Aufgabe der örtlichen Politik, dafür zu sorgen, dass kleine Städte wie Hungen mit seinen zwölf Ortsteilen für den stetigen Klimawandel gewappnet sind. Die Grünen fordern eine Art Hitzeplan mit Strategien und Konzepten, die die Folgen des Klimawandels überall vor Ort zum Beispiel beim Bauen und der Bodennutzung berücksichtigen.

"Fehlentwicklungen wie die Verbreitung von Schottergärten sind endlich zu stoppen", schreiben die Grünen in ihrer Mitteilung. Längst sei bekannt, dass solche Schotterflächen "tagsüber große Mengen an Wärme speichern" und damit viele kleine Hitze-Inseln entstehen, die die nächtliche Abkühlung spürbar bremsen. Wo immer möglich, sollten zusätzlich Fassaden und Dachflächen begrünt werden. Das lasse sich besonders einfach an städtischen Gebäuden umsetzen. Darüber hinaus sollten nach Ansicht der Grünen Hauseigentümer, die solche Ideen umsetzen wollen, sichtbar gefördert werden.

Aktuell steht im Rahmen des Stadtumbau-Programms die Neugestaltung der Kaiserstraße an. Mehrfach wurde in Vorgesprächen von ganz unterschiedlichen Seiten vorgeschlagen, die Kaiserstraße und die daran anschließende Gießener Straße mit Bäumen anzureichern und zu beschatten. Solche Möglichkeiten bekämen eine andere Priorität, wenn man sich konkret mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetze. Vielleicht - so die Grünen - hat es sogar eine gewisse Symbolik, dass in diesem Bereich zwei Apotheken angesiedelt sind. Schließlich weise eine Studie vom Deutschen Wetterdienst und Umweltbundesamt darauf hin, dass die Sterblichkeit von herzerkrankten Menschen bei Hitzewellen um das Drei- bis Fünffache steige.

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