Noch befindet sich Ackerland zwischen Inheiden und Trais-Horloff, aber in Zukunft sollen hier Gewerbetriebe entstehen. Während einige Firmen bereits ihr Interesse bei der Stadt bekundet haben, wächst in der Schäferstadt mit Blick auf den Baufortschritt an der Langsdorfer Höhe die Sorge, dass die Bebauung im sogenannten Gewerbepark Hungen-Süd Licher Dimensionen annehmen könnte. FOTO: TI
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Noch befindet sich Ackerland zwischen Inheiden und Trais-Horloff, aber in Zukunft sollen hier Gewerbetriebe entstehen. Während einige Firmen bereits ihr Interesse bei der Stadt bekundet haben, wächst in der Schäferstadt mit Blick auf den Baufortschritt an der Langsdorfer Höhe die Sorge, dass die Bebauung im sogenannten Gewerbepark Hungen-Süd Licher Dimensionen annehmen könnte. FOTO: TI

Neuer Gewerbepark

Hungen will keine Licher Verhältnisse

  • vonChristina Jung
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Im November 2018 hatten die Hungener Stadtverordneten den Aufstellungsbeschluss für den Gewerbepark Hungen-Süd gefasst. Jetzt wächst die Sorge vor der Ansiedlung von Logistikern.

Hungen(ti). Monatelang protestierten in Lich die Bürger gegen das Logistikzentrum an der Langsdorfer Höhe. Gerichte beschäftigten sich mit dem umstrittenen Projekt. Fünfeinhalb Monate nach Beginn der Hochbaumaßnahmen ist dieses in seinen endgültigen Dimensionen zu erkennen. In der benachbarten Schäferstadt werden nun Befürchtungen laut, dass eine Bebauung im geplanten Gewerbepark Hungen-Süd ähnliche Ausmaße annehmen könnte. Eine Anfrage von Frank Bernshausen und Wolfgang Macht (beide Grüne) in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung machte dies deutlich.

Gibt es ein Konzept für die Entwicklung der 22 Hektar großen Fläche zwischen Inheiden und Trais-Horloff? Liegen der Stadt konkrete Anfragen von Unternehmen vor? Sind Logistiker darunter? Es gebe ein Konzept, bei nächster Gelgenheit werde man darüber informieren, erklärte Bürgermeister Rainer Wengorsch. Derzeit befinde sich der Bebauungsplan "im Screening", also in der Abstimmung, mit den Behörden.

Logistiker will sich ansiedeln

Was die Anzahl der Interessenten angeht, sprach Wengorsch von einer Handvoll, darunter auch drei heimische, die eine Standortverlagerung anpeilten. Aber eben auch ein Logistiker, dessen Pläne jedoch nicht mit denen "im regionalen Umfeld" - also auf der Langsdorfer Höhe - vergleichbar seien. 15 der 22 Hektar würden von den bisherigen Interessenten beansprucht.

Kritik an geplanten Gebäudehöhen

Den Aufstellungsbeschluss für den Gewerbepark hatten die Stadtverordneten im November 2018 einstimmig gefasst. Es handelt sich im Wesentlichen um die Flächen, mit denen sich Hungen vor vier Jahren um das neue Rewe-Logistikzentrum bemüht hatte. Bekanntlich bekam damals Wölfersheim den Zuschlag, aber die städtischen Entscheidungsträger wollten das Areal, das der Regionalplan als Erweiterungsfläche für Gewerbe vorsieht, dennoch entwickeln.

Wunsch nach hochwertigem Gewerbe

Über das Wie allerdings scheint es Differenzen zu geben, denn die derzeit im Bebauungsplan ausgewiesenen maximalen Gebäudehöhen sind - je nach Lage der Flächen - auf zwölf, 15 und 20 Meter festgesetzt. Zu viel aus Sicht der Grünen, wie Fraktionsvorsitzender Wolfgang Macht im Gespräch mit der GAZ erklärte. "Wir haben Sorge, dass die Bebauung Licher Dimensionen annimmt", so Macht. "Wir wollen lieber kleine und mittlere Betriebe, ein hochwertiges Gewerbe und keine Logistiker", sagte der Stadtverordnete. Ähnliches ist auch aus den Reihen der SPD zu hören.

Infoveranstaltung Ende Oktober

Eine Gebäudehöhe von 20 Metern lehnt allerdings auch der Bürgermeister ab. "Das ist für uns nicht vorstellbar", so Wengorsch, der empfiehlt, diese im weiteren Verfahren auf maximal 13 Meter zu begrenzen. Doch auch das ist den Grünen zu hoch. Macht: "Wenn ein Betrieb auf einer fünf bis acht Hektar großen Fläche 13 Meter in die Höhe baut, wäre das auch noch ein ganz schöner Trümmer."

Wie die Bürger zu diesem Thema stehen, wollen die Grünen bei einer Informationsveranstaltung vor Ort klären, die für Sonntag, 25. Oktober, geplant ist.

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