Hungen gilt als "trauriger Spitzenreiter"

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Hungen(pm). Der Bund der Steuerzahler veröffentlichte kürzlich seine Auswertungen zur Steuerlast in hessischen Kommunen. Wie die Bürgerliste Pro Hungen in einer Pressemitteilung schreibt, erreiche Hungen darin "gleich drei unrühmliche Spitzenpositionen": Die mit 70 Prozentpunkten größte Steigerung bei der Grundsteuer B, die mit 50 Prozentpunkten höchste Steigerung der Gewerbesteuer sowie mit nun 440 Prozentpunkten auch insgesamt die größte Steuerlast für Gewerbetreibende im ganzen Kreis Gießen.

In Sorge um Gewerbetreibende

Dabei sei jetzt schon klar, dass Hungen trotz hoher Mehrbelastung für seine Einwohner und Unternehmen dieses Jahr keinen ausgeglichenen Haushalt mehr erzielen wird. Bedingt durch die Corona-Pandemie werden Steuereinnahmen signifikant einbrechen. "Das ganze Ausmaß der Misere wird sich erst am Jahresende offenbaren", schreibt Pro-Hungen-Sprecher Fabian Kraft.

Es stehe zu befürchten, dass einige Gewerbetreibende in Hungen die doppelte Belastung aus gesunkenen Einnahmen und gestiegener Gewerbesteuer nicht verkraften werden. Die Politik der Hungener Stadtverordneten habe für ungleiche Verhältnisse und einen klaren Standortnachteil gesorgt, kritisiert Kraft. Bereits vor der Entscheidung über die Steuererhöhung hätten der Hungener Gewerbeverein und Pro Hungen vor Wettbewerbsnachteilen gewarnt: Dass diese nun so schnell bereits Existenzen bedrohen könnten, sei da noch nicht absehbar gewesen.

Zur Standortsicherung fordert Pro Hungen für die Gewerbebetriebe mehr Unterstützung aus der Politik. Die Bürgerliste werde bei der Kommunalwahl am 14. März 2021 für die Stärkung der lokalen Betriebe eintreten. Man wolle nicht länger zusehen, "dass die seit Jahren überhöhten Ausgaben der Stadt auf dem Rücken der Gewerbetreibenden ausgetragen werden, welche Arbeitsplätze schaffen und die Kommune beleben".

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