Reaktivierung

Horlofftalbahn: Wiesbaden stellt Signale auf Grün

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Mit dem Zug von Hungen nach Frankfurt ohne Umstieg und in gut der Hälfte der Zeit? Das könnte ab 2023 möglich sein. Das Land Hessen empfiehlt die Reaktivierung der Horlofftalbahn.

Bereits im Mai hatte das hessische Verkehrsministerium die Reaktivierung der Lumdatalbahn empfohlen. Jetzt gibt es aus Wiesbaden auch grünes Licht für die Horlofftalbahn.

Minister Tarek Al-Wazir legt den Anrainer-Kommunen nahe, die Wiederinbetriebnahme anzugehen und stellt neben der Förderung durch den Rhein-Main-Verkehrsverbund auch eine finanzielle Beteiligung des Landes in Aussicht, heißt es in einer Pressemitteilung.

In Hessen waren in den vergangenen Jahrzehnten über 80 Nebenstrecken stillgelegt worden. In einer ausführlichen Bestandsaufnahme hatten das Land und die Verkehrsverbünde diejenigen ermittelt, die für eine Reaktivierung in Frage kommen.

Stärkung des ländlichen Raums

Maßgeblicher Gesichtspunkt dabei waren die Stärkung des ländlichen Raums und das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Letzteres sei laut Al-Wazir bei der rund zwölf Kilometer langen Strecke der Horlofftalbahn zwischen Wölfersheim und Hungen besonders gut.

Schneller ans Ziel

Eine Wiederinbetriebnahme würde durchgehende Verbindungen von der Schäferstadt oder Lich bis nach Frankfurt ermöglichen und somit den Ballungsraum Rhein-Main für die Menschen im Südosten des Landkreises schneller erreichbar machen.

In der Pressemitteilung ist von bis zu 30 Minuten kürzeren Fahrtzeiten die Rede (60 Minuten umsteigefrei statt derzeit 90 Minuten mit Umstieg in Gießen). Laut Hungens Bürgermeister Rainer Wengorsch sind es sogar nur knapp 50 Minuten.

Es ist der richtige Schritt zur Ertüchtigung des ländlichen Raums, wichtig für die Stadt und die Region

Rainer Wengorsch (Bürgermeister Hungen)

Der Rathauschef freut sich über die Wiesbadener Entscheidung. "Es ist der richtige Schritt zur Ertüchtigung des ländlichen Raums", sagt er auf GAZ-Anfrage. "Wichtig für die Stadt und die Region."

Kosten: 20 Millionen Euro

Die Kosten für eine Reaktivierung belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro. Getragen würden sie zum größten Teil vom Land Hessen, außerdem von den Verkehrsverbünden, Landkreisen und Kommunen. Noch zu prüfen ist, ob auch Bundesmittel zum Einsatz kommen.

Bis es soweit ist, müssen sich Pendler allerdings noch gedulden. Wengorsch rechnet damit, dass frühestens 2023 der erste Zug fährt.

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