Otto Rühl und Wilhelm Konrad vom Heimatkundlichen Arbeitskreis Villingen präsentieren die neue Schautafel. FOTO: PM
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Otto Rühl und Wilhelm Konrad vom Heimatkundlichen Arbeitskreis Villingen präsentieren die neue Schautafel. FOTO: PM

Horloff-Historie als Hingucker

  • vonred Redaktion
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Hungen(pm). Einen neuen "Hingucker" hat der Heimatkundliche Arbeitskreis innerhalb der evangelischen Kirchengemeinde Villingen dieser Tage unter Mithilfe des städtischen Bauhofs an der Horloffbrücke im Villinger Unterdorf aufgestellt. Die Tafel zeigt den Verlauf der Horloff im 19. Jahrhundert.

Noch mancher Villinger erinnert sich, dass in der Kindheit die Horloff nicht im heutigen Verlauf am Dorf vorbei floss. Verschiedene Abzweige gab es: Einer, der "Gäulsbach", war den Pferden vorbehalten, ein anderer den Schafen. Weiterhin gab es einen Ententeich und eine Wiese, auf der die Wäsche gebleicht wurde. Bis heute wird die große Bleiche "Kromune" genannt. Woher das Wort kommt, konnte der Arbeitskreis allerdings nicht herausfinden.

An anderer Stelle fließt ein Abzweig Richtung Zellmühle. Dieser Mühlbach hat noch vor 50 Jahren das Mühlrad angetrieben. Die Bilder auf der Schautafel zeigen den Vorgänger der heutigen Brücke. Man kann erkennen, dass die Basaltstangen, die immer noch an dieser Stelle neben dem Markusstein liegen, ehemals die Brücke aus dem 18. Jahrhundert abdeckten.

Ein weiteres Bild zeigt, dass die Horloff noch vor 80 Jahren der dörfliche Mittelpunkt der Dorfjugend war. Dass der Waschplatz mit seinen glatt geschliffenen Sandsteinen die "Waschmaschine" es Dorfes war, erscheint heute wie eine Erzählung aus längst vergangenen Zeiten. Dass es an dieser Stelle einen Fürstlichen Hof gab, wissen auch nicht mehr viele. Sicher ist, dass dieser bereits 1862 abgerissen wurde. Die bekannten "Amigos" wuchsen übrigens in direkter Nachbarschaft auf.

Pfarrer i.R. Hartmut Lemp bedankte sich bei Otto Rühl und Wilhelm Konrad sowie den Mitstreitern Katja Kahl und Jürgen Schneidmüller für die Schautafel, die nur durch viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit realisiert werden konnte. "Der Rückblick in die Geschichte ist immer auch wunderbare Nostalgie, aber ebenso eine Hilfestellung, die Gegenwart zu verstehen", sagte Lemp. Sein Fazit zur neuen Schautafel: "Sehenwert!"

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