Holzverkauf läuft schlecht

  • vonKarl-Josef Graf
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Hungen(kjg). Seit 1. Oktober vergangenen Jahres erfolgt die Bewirtschaftung des Hungener Stadtwaldes, also die Beförsterung und die Holzvermarktung, nicht mehr durch den Landesbetrieb Hessen-Forst. Ein neues Unternehmen für die Bewirtschaftung der Hungener Wälder wurde mit dem Forstservice Taunus GmbH & Co. KG aus Niederselters gefunden. Weil seit 2017/2018 aus kartellrechtlichen Gründen Beförsterung und Vermarktung nicht mehr in "einer Hand" liegen dürfen, sah sich die Stadt - wie andere Kommunen auch - gezwungen, den Vertrag mit Hessen-Forst zu kündigen.

Am Montag stellten Frank Zabel, Geschäftsführer des Unternehmens aus Niederselters, und die für Hungen zuständige Revierleiterin Wiebke Schrell den Waldwirtschaftsplan 2020 den Mitgliedern des Bauausschusses vor. Forstservice Taunus hat 7400 Hektar Wald in der Komplettbewirtschaftung, 3500 Hektar in der Holzvermarktung bei Kommunen und Privatwaldbesitzern in Mittelhessen und in Rheinland-Pfalz.

Einstimmige Beschlüsse

Das Käferholz und die Schäden aufgrund der Trockenheit sowie die daraus resultierende schlechte Verkäuflichkeit des geschädigten Holzes seien derzeit ein großes Problem für alle Waldbesitzer, erläuterte Zabel. Im Hungener Stadtwald liegen 3656 Erntefestmeter Holz, die man als unverkäuflich von Hessen-Forst übernommen habe. Diese hoffe man im Laufe des Jahres zu verkaufen. Weitere 3700 Festmeter Fichte müssen eingeschlagen werden. Dafür suche die Revierleiterin Interessenten, die die Bäume übernehmen. Außerdem sei es notwendig, zur Verkehrssicherung trockene Buchen zu entfernen, weil diese durch Bruch für Menschen zur Gefahr werden können.

Die Preisproblematik machte Zabel an seinem "Sorgenkind" Fichte deutlich, bei der man 2018 noch 92,50 Euro pro Festmeter erzielen konnte. Jetzt seien es nur noch 40 bis 45 Euro, bei Käferholz nur 27 bis 32 Euro. Wenn man für den Festmeter Industrieholz sechs Euro bekomme, aber für die Aufarbeitung 19 Euro einsetzen müsse, mache eine Aufarbeitung keinen Sinn, erklärte Zabel.

Der Waldwirtschaftsplan schließt mit einem negativen Ergebnis von 87 181 Euro ab. Das sind 70 725 Euro mehr als im Haushaltsplanentwurf vorgesehen, um die der Entwurf korrigiert werden muss. Die Ausschussmitglieder stimmten alle zu.

Der Eigentümer des Anwesens Weedstraße 63 in Hungen möchte sein durch einen Brand im vergangenen Jahr beschädigtes Gebäude zu einer barrierefreien Mehrgenerationenanlage in ökologischer Bauweise mit Passivhausstandard umbauen. Hierzu ist die Aufstellung eines Bebauungsplanes notwendig, dessen Kosten der Bauherr übernimmt. Auch hier votierte der Ausschuss einstimmig mit "Ja".

In Trais-Horloff, im Bereich "Am Totenweg", werden die ursprünglich angedachten Parkflächen in der vorliegenden Größe nicht benötigt. Der Ausschuss stimmte der Verkleinerung zu Gunsten von Gartenflächen einstimmig zu.

Der Bauleitplanung für den Bebauungsplan "Müllerweg - Stockwiesen" stimmten die Mitglieder des Bauausschusses ebenfalls zu, so dass dort gebaut werden kann, wenn auch das Parlament zustimmt.

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