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Die Tore der Unterburg sind geöffnet - und im Hof drängen sich viele neugierige Besucher und alteingesessene Bellersheimer.

Hinter den Burgmauern

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Hungen (pad). Burgmauern sind dick. Das diente früher vor allem dazu, Feinde draußen zu halten. Heutzutage versperren sie auch neugierige Blicke. Was hinter den Mauern der drei Burgen in Bellersheim so vorgeht, dass konnten neugierige Besucher nun am Sonntag erleben. Im Rahmen des Festjahres 1250 Jahre Bellersheim öffnete sich das Zeitfenster zu alter Landwirtschaft und Handwerksberufen.

"Wutzwatching" stand auf einem Plakat vor dem Schweinestall in der Unterburg. Hier durfte man durch die Stallfenster einen Blick in die Ställe werfen. Die Schweine nahmen den Besucheransturm vor den Fenstern gelassen. Wenige Meter entfernt kamen junge Pferdefreunde beim Ponyreiten auf ihre Kosten. Den Bierfreunden stieg hingegen der Duft von Maische in die Nase. Schließlich wurde in der Unterburg früher gebraut. Da passte es, dass ein Brauer hier seine Arbeit vorstellte.

Altes Handwerk gab es auch an der Mittelburg. Die Zimmerei Weil errichtete hier mithilfe alter Gerätschaften - etwa einer über Riemen angetriebenen Säge - einen kleinen Fachwerkbau. Von der Mittelburg stehen heute nur noch ein Teil des Haupthauses und ein Keller. In diesen konnte man hinabsteigen. Hier wartete eine Ausstellung mit Fotografien aus der Ortsgeschichte vorbereitet.

Die Oberburg war ein Treffpunkt für Traktorfreunde. Zahlreiche alte Exemplare wurden hier ausgestellt. Die alte Dreschmaschine holte das Korn aus dem vor einem Monat geernteten Getreide heraus. Die Kinder konnten dies an einer handbetriebenen kleinen Variante ausprobieren. Für staunende Blicke sorgten die großen Traktoren und der Mähdrescher, die heute für den Marienhof im Einsatz sind. Die Landfrauen servierten Kuchen und Pizzawaffeln. Kinder konnten zudem Ritterrüstungen aus Pappe basteln.

An den Hafergärten konnte man sich bei den Pferdefreunden im Hufeisenwerfen ausprobieren. Kleine Besucher durften hier Hufeisen bemalen - ein schöner Schmuck und Glücksbringer zugleich. Wenige Meter entfernt konnte man einem Schuster bei seiner Arbeit über die Schulter blicken.

Rund um das alte Rathaus informierte die Markwaldgenossenschaft über ihre Arbeit. Hier spielte auch der Musikzug Bellersheim auf. Wenige Meter entfernt gab es im ehemaligen Nahkauf eine Bilderausstellung. Im "Schreinersch Hof" spielten die Jagdhornbläser, während die Wildwurst vom Grill duftete. Bei der Bellersheimer Feuerwehr konnte man die alten Löschspritzen mit dem neuen Feuerwehrauto vergleichen. Nicht zuletzt gab es Kirchturmführungen, Orgelkonzerte und historische Ortsführungen.

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