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Als Dr. Brenner aus der Serie "In aller Freundschaft" ist Michael Trischan dem Fernsehpublikum bekannt. In Hungen zeigt er sich von einer anderen Seite.

Heiter und so weiter

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Hungen (kjg). "Die Löcher sind die Hauptsache an einem Sieb", zitierte Michael Trischan, bekannt als Dr. Brenner aus der Sachsenklinik, aus dem Gedicht "Ich habe Dich so lieb" von Joachim Ringelnatz. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Hungen liest" war Brenner alias Trischan am Mittwoch im Kulturzentrum Am Zwenger zu Gast. Er las und rezitierte, sprach mit den Besuchern und stellte sich für Selfies zur Verfügung. Er bot den Zuhörern in seinem Programm "Heiter und so weiter" nachdenkliche Begebenheiten humorvoll, witzig und geschickt aus Werken von Ringelnatz, Goethe, Lessing, Kishon, Amelie Fried, Lotte Kühn und Robert Gernhardt.

Ringelnatz und Kishon lassen grüßen

Applaus und glucksendes Lachen aus dem Publikum belohnten Michael Trischan für die Geschichte "Emma, der Baum nadelt" von Robert Gernhardt. Die Breitlingers haben sich auf ein besinnliches Weihnachtsfest gefreut, und jetzt das: "Der Baum nadelt." Freunde und Bekannte, Nachbarn und die Presse kommen vorbei. Die Wohnung ist voller Menschen. Ein Professor vom Botanischen Institut kommt - und dann hört der Baum auf zu nadeln. Gekonnt von Trischan mit der entsprechenden Betonung der Pointen inszeniert, brachte die kleine Geschichte die Zuhörer immer wieder zum Lachen.

Und so ging es weiter mit Gedichten von Ringelnatz, satirischen Geschichten von Kishon wie "Liebe deinen Nachbarn wie dich selbst" oder "Salzstangen sind meine Lieblingsspeise", auch als Einladung zum Dinner bekannt. Bei der Imperativstapelei, bei der die Stadt Melk konjugiert wird (das geht folgendermaßen: "Ich melke, du melkst, er, sie, es melkt") läuft Trischan zu Hochform auf. Beim "begleiteten Fahren", bei dem die Mutter neben ihrem Sohn sitzt und ihn zu vorsichtigem Fahren veranlassen will, ist gutes Zuhören geboten: Die Frau überträgt das nämlich am Ende auch auf die Freundinnen ihres Sohnes und empfiehlt ihm: "Vorsicht, Kurve, nicht so schnell - wohin mit den Händen?" Natürlich haben auch Trischans Geschichten von nervigen Nachbarn, pubertierenden Kindern und missgünstigen Freunden die Hungener Fans begeistert und ihm viel Beifall beschert. Mitglieder des Vereins zur Förderung einer Stätte der Begegnung boten wieder Getränke und Häppchen an.

Michael Trischan wurde 1961 in Friedberg geboren. Er lebte bis zum 17. Lebensjahr im Stadtteil Bauernheim. Er ist gelernter Krankenpfleger. Nachdem er in München und Stuttgart Schauspiel studiert hatte, bekam er Rollen beim Film und im Theater. Einem größeren Publikum bekannt ist Trischan aus der Fernsehserie "In aller Freundschaft" (Sachsenklinik). Dazu kommen diverse Auftritte z. B. im "Tatort" und in weiteren Fernsehfilmen und -serien. (Foto: kjg)

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