"Hände weg" von Feldwegen

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Hungen(pm). Aus aktuellem Anlass weist Bürgermeister Rainer Wengorsch darauf hin, dass das Umpflügen und die sonstige Zweckentfremdung von Feldwegen, Grün- und Uferrandstreifen eine Ordnungswidrigkeit ist. Die Stadt Hungen werde verstärkt Flurkontrollen in der freien Landschaft vornehmen, um die Verletzung von Grundstücksgrenzen festzustellen, zu dokumentieren und rechtlich zu ahnden.

Die Nichteinhaltung der Grundstücksgrenzen gilt als wesentliche Änderung des öffentlichen Eigentumsverhältnisses und stellt gemäß der seit 2015 gültigen Feldwegesatzung der Stadt Hungen eine Ordnungswidrigkeit dar. Es ist verboten, Feldwege, Grün- und Uferrandstreifen sowie Waldränder, Böschungsbereiche und andere ungenutzte Landschaftsbereiche umzubrechen, an den Rändern umzupflügen oder deren Randbefestigung zu verändern, sie mit Pestiziden zu behandeln oder zu düngen. Darauf weist Wengorsch als Leiter der städtischen Ordnungsbehörde und Eigentümer der öffentlichen Wege und grünen Infrastukturen alle Landbesitzer und -bewirtschafter im Bereich der Großgemeinde Hungen hin.

Feldwege, Wege- und Waldränder sowie Uferrandstreifen haben eine wichtige Funktion als ökologische Vernetzungselemente und fördern den lokalen Biotopverbund. Sie sind Lebens- und Rückzugsraum sowohl für viele Tier- als auch Pflanzenarten des Offenlandes und stellen z. B. ein wichtiges Pollen-Nahrungsangebot für Insekten dar; sie bieten Sämereien und sonstige Nahrung für Vögel und Kleinsäuger.

Ohne Genehmigung des Eigentümers und der Unteren Naturschutzbehörde ist das Umpflügen von Feldwegen nicht zulässig. Grundstückseigentümer sollen ihre Pächter auf die in der Feldwegesatzung festgehaltenen Vorschriften hinweisen. Wengorsch bittet um Beachtung und um Hinweise aus der Bevölkerung auf Grundstücksüberschreitungen und ungesetzliche Zustände sowie Sachverhalte, die eine Beinträchtigung oder sogar Schädigung der Biodiversität vermuten lassen.

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