Auf eine beachtliche Resonanz stoßen die Grünen mit ihrer Veranstaltung im geplanten Hungener Gewerbepark. FOTO: CON
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Auf eine beachtliche Resonanz stoßen die Grünen mit ihrer Veranstaltung im geplanten Hungener Gewerbepark. FOTO: CON

Grüne gegen Logistikzentrum

  • vonConstantin Hoppe
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Hungen(con). "Kein Logistikzentrum im Gewerbegebiet Hungen-Süd", das forderten die Mitglieder der Hungener Grünen bei einer Ortsbegehung am Sonntagnachmittag.

"Derzeit gibt es mehrere Interessenten an der Fläche. Einige heimische Betriebe, die sich vergrößern wollen, und ein weiterer Betrieb, der allein sieben Hektar Fläche haben möchte", berichtete Frank Bernshausen. "Und wer wissen möchte, welches Unternehmen so viel Platz benötigt, der muss nur nach Lich auf die Langsdorfer Höhe blicken." Gemeinsam mit Wolfgang Macht (beide Grüne) führte er die zahlreichen Besucher der Ortsbegehung zur entsprechenden Fläche zwischen Inheiden und Trais-Horloff. Dort, östlich der B 489, sollen schon bald 22 Hektar neue Gewerbefläche entstehen. Das Projekt wurde bereits 2011 in der Stadtverordnetenversammlung angestoßen.

Am meisten Sorge haben die Grünen mit Blick auf die Flächenversieglung: "Wir brauchen hier keinen Logistiker wie in Lich, mit großem Flächenbedarf und wenig Arbeitsplätzen", meinte Macht. "Aber selbstverständlich muss man auch hier ansässigen Betrieben die Möglichkeit bieten, sich zu erweitern."

Auch die Höhe der Bebauung macht der Fraktion Sorgen, denn auf einem Teilbereich der Fläche ist eine Bebauung von bis zu 20 Metern Höhe möglich, auf dem Großteil der Fläche bis zu 15 Meter. Die Grünen fordern von der Stadt ein Konzept für die Bebauung der Fläche.

"Das Konzept für die Entwicklung des neuen Gewerbegebiets in Nidda-Harb, an dem sich auch Hungen beteiligt, könnte hier als Blaupause dienen", sagte Bernshausen, der für die Grünen im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss sitzt. In Harb sind unter anderem Grünflächen vorgesehen und Hochregallager ausgeschlossen. "Wir sollten uns darauf konzentrieren, dass es in mittlerer Zeit keine neuen Flächen geben muss", meinte Macht. "Wir wollen eine gute Entwicklung der Stadt, aber gleichzeitig auch auf die Bremse treten."

Entschieden ist noch nicht, was genau im neuen Gewerbegebiet entstehen soll. Dass die Grünen aber mit ihrem Vorgehen bei der Bevölkerung auf offene Ohren stoßen, zeigte die schiere Anzahl an Besuchern, die der Begehung folgten. Rund 70 Personen schlossen sich mit gebührendem Abstand zueinander an und nutzten die Gelegenheit, ihre Sorgen zu der Bebauung loszuwerden. Insbesondere, dass eine Bebauung wie beim Logistikzentrum in Lich entstehen könnte, machte vielen zu schaffen. "Aber es ist gut, dass wir heute bereits hier stehen und nicht erst in einem Jahr, wenn die Planungen voll laufen", meinte dazu ein Teilnehmer. "Wir müssen als Bürger aufstehen und sagen: So geht es nicht weiter."

Mit dabei war auch Dr. Christiane Schmahl, Erste Kreisbeigeordnete und Vorsitzende der Fraktion der Grünen in der Regionalversammlung. "Wir können nicht einfach alles zubetonieren, die Natur ist unsere Lebensgrundlage. Und hier am Rande der Wetterau haben wir dazu noch gute landwirtschaftliche Flächen", erklärte sie.

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