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20 Minuten höchste Pyrotechnikkunst erwartet die Besucher des Inheidener Seefests. (Archivfoto: con)

Goldpalmen am Himmel

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Hungen (con). Am nächsten Wochenende ist es wieder so weit. Vom 2. bis 5. August steht das Inheidener Seefest an. Die Seefestgemeinschaft hat auch diesmal ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt - und das alles ehrenamtlich. "Rund 120 freiwillige Helfer haben uns dabei unterstützt", erzählt Michael Hofmann, Sprecher der Gemeinschaft. Von den Anfängen 1964 mit einem Kasten Bier und Lagerfeuer hat sich das Seefest mittlerweile zum größten in der Region entwickelt.

Der Höhepunkt wird auch in diesem Jahr wieder das Höhenfeuerwerk am SeefestSamstag sein. Mehrere Tausend Besucher wird es dann ans Seeufer ziehen. Doch nicht nur für sie wird das Feuerwerk etwas Besonderes, sagt der verantwortliche Pyrotechniker Peter Balzer: "Die Lage der Abschussvorrichtungen mitten auf dem See gibt uns die Möglichkeit, besondere Effekte und Bilder zu schaffen. Sie stellt uns aber auch immer wieder vor Herausforderungen."

Farbeffekte in 200 Metern Höhe

Da ist zum einen das technische Prozedere: Die drei Abschussvorrichtungen müssen auf Flößen in die Seemitte gebracht und verankert werden. "Doch dafür können wir dann aus den Vollen schöpfen", sagt Balzer. Die Feuerwerkskörper werden auf 200 Meter geschossen. In luftiger Höhe können sie mit ihren Farbeffekten eindrucksvoll große Flächen von 200 mal 200 Metern ausfüllen. Durch die Lage auf dem See können die Experten zudem Effektkörper benutzen, die an vielen anderen Stellen aufgrund der Brandgefahr nicht erlaubt sind.

Und das Seewasser bietet noch einen weiteren Vorteil: "Für die Zuschauer gibt es durch die Wasserspiegelung beinahe den doppelten Effekt", sagt Balzer. "So können auch Bilder geschaffen werden, die an anderen Stellen nicht möglich sind."

Mit dem Seefest verbindet die Feuerwerkerei Schwab eine lange Geschichte: "Wir machen das Feuerwerk am Inheidener See schon so lange ich denken kann", sagt Balzer, er ist seit 25 Jahren im Geschäft. In all der Zeit habe sich vor allem die Technik stark gewandelt, sagt Balzer. Während früher noch alles per Hand gezündet wurde, geht heute alles per Schaltpult - und das an mehreren Abschussstellen simultan. So können auch die drei Abschussstellen in der Seemitte gut bedient werden.

Und was wartet in diesem Jahr auf die Besucher? Zu viel möchte Balzer im Vorfeld noch nicht verraten: "Wir haben einige tolle Effekt- und Farbkombinationen vorbereitet", sagt er. "Was immer wieder tolle Wirkungen hervorruft, das sind beispielsweise Silberblinksterne, die einen Stroboskopeffekt erzeugen. Auch Goldpalmen, die sich ins Wasser ergießen, sind auf dem See spektakulär". Ebenfalls diesmal dabei sind die sogenannten "steigenden Kronen", die sich in einem goldenen Wirbel in die Höhe schrauben: "Die durften im vergangenen Jahr wegen der erhöhten Waldbrandgefahr nicht abgefeuert werden", erzählt Balzer.

Insgesamt werden am nächsten Wochenende rund 4000 Effekte von Tischtennisball- bis Fußballgröße in den nächtlichen Himmel geschossen, wo sie ein 20-minütiges Lichtspektakel erzeugen werden.

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