Gemeinsam für mehr Insekten

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Unter dem Motto "Insekten als Vorboten des Klimawandels" hatten die Hungener Naturschutzgruppen 2013 auf einer Rasenfläche in der Obertorstraße eine Blumenwiese angelegt. Löwenzahn, Vergissmeinnicht, Wiesenskabiose, Rotklee und andere heimische Pflanzen blühen auf dem rund 100 Quadratmeter großen Areal der Sparkasse Laubach-Hungen derzeit um die Wette. Jetzt sollen in und um die Schäferstadt weitere solcher Insektenlebensräume entstehen. Am Montag fiel der Startschuss zur Aktion "10 000 Quadratmeter Blumenwiesen und Bienenweiden für Hungen und das Horlofftal".

Unter dem Motto "Insekten als Vorboten des Klimawandels" hatten die Hungener Naturschutzgruppen 2013 auf einer Rasenfläche in der Obertorstraße eine Blumenwiese angelegt. Löwenzahn, Vergissmeinnicht, Wiesenskabiose, Rotklee und andere heimische Pflanzen blühen auf dem rund 100 Quadratmeter großen Areal der Sparkasse Laubach-Hungen derzeit um die Wette. Jetzt sollen in und um die Schäferstadt weitere solcher Insektenlebensräume entstehen. Am Montag fiel der Startschuss zur Aktion "10 000 Quadratmeter Blumenwiesen und Bienenweiden für Hungen und das Horlofftal".

Initiiert haben diese wiederum die örtlichen Naturschutzgruppen, diesmal allerdings in Kooperation mit dem Stadtmarketing und der Wildsaaten GbR aus Wetzlar. Weil solche Maßnahmen meist wirksamer sind, wenn man sie im Schulterschluss mit anderen umsetzt, sagt Stephan Kannwischer, Vorstandssprecher des federführenden NABU Horlofftal. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Der Anlass für den Vorstoß der Naturschützer ist das Insektensterben, das seit Jahren nicht nur unter Fachleuten ein beherrschendes Thema ist. Die Bereitschaft, im Garten kleine Blühoasen und Wildblumeninseln zu schaffen, wächst bei vielen mit den Erkenntnissen zu diesem Thema. "Es geht uns darum, die Menschen an die Natur heranzuführen, sie dafür zu sensibilisieren, dass es das, was uns alle am Leben erhält, zu schützen gilt", sagt Kannwischer. Ansprechen wollen die Projektmacher mit ihrer Aktion aber nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen, öffentliche Institutionen und Grundstückseigentümer wie Kommunen, Schulen oder Kirchengemeinden.

"Bunter Blütensaum" nennt sich das Wildpflanzensaatgut, das für die Aktion ausgewählt wurde. Es enthält Samen von mehr als 40 heimischen Pflanzen unterschiedlicher Farbe und Formenfülle. Viele davon eignen sich für die Wildkräuterküche oder als Heilpflanzen. Heimische Pflanzen deshalb, weil die hiesigen Insekten an sie angepasst sind – im Gegensatz zu vielen handelsüblichen Blühmischungen –, ebenso viele andere hoch spezialisierte Lebewesen wie Mikropilze, Flechten oder Bakterien. Und auch Vögel, Amphibien und Reptilien profitieren davon. "Deshalb sammeln wir Saatgut von naturnahen Wiesen und vermehren es. Es ist nichts Gezüchtetes und nichts von weiter weg", erklärt Andreas Guth von der Wildsaaten GbR.

Was andere Städte und Gemeinden angeht, setzen Kannwischer und Co. auf ihre Schirmherrin: Die Kreis-Umweltdezernentin Dr. Christiane Schmahl soll dafür sorgen, dass das Hungener Beispiel auch andernorts Schule macht. "Weil wir für die Biodiversität etwas tun müssen und weil jede Blüte die Attraktivität einer Siedlung steigert", so Kannwischer.

Dies sei auch ihr Wunsch, so Schmahl. Gerade auf Schulgrundstücken könne sie sich solche Blumenwiesen sehr gut vorstellen. Die Umsetzung sei allerdings weniger eine Frage der Finanzierung, sondern vielmehr eine der Unterhaltung. Soll heißen: Der Landkreis würde das Saatgut bezahlen und Interessierte unterstützen. Aber es benötige eben immer auch Menschen vor Ort, die sich um eine solche Fläche kümmerten. Für die Idee selbst gab es Lob von der Dezernentin. "Wiesen sind etwas tolles", so Schmahl. Doch es werde immer schwieriger welche zu finden. Im Rahmen dieser Aktion könnten viele Menschen mit einem kleinen Beitrag etwas bewirken.

Lobende Worte für die Arbeit der Hungener Naturschutzgruppen gab es von Birgit Hartmann, Vorstand der Sparkasse Laubach-Hungen, die die zunehmende Versiegelung von Flächen und den Verlust blühender Kulturen bedauerte, sowie von Bürgermeister Rainer Wengorsch. Initiativen wie diese seien wichtig, weil Pflanzen und Tiere sich nicht selbst vertreten könnten, so der Rathauschef. Auch als Kommune wolle Hungen sich künftig stärker dem Naturschutz widmen, diesen quasi als Stadtmarke weiterentwickeln. Wengorsch: "Das ist Zielsetzung des Magistrates."

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