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Willi Müller mit Pfarrerin Elvira Bodenstedt.

In 62 Gemeinden Orgel gespielt

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Hungen/Lich(con). Ein besondere Ehrung stand zum Adventskonzert am Sonntag in der evangelischen Kirche Rodheim an: Organist Wilhelm "Willi" Müller sitzt seit 70 Jahren an dem Instrument in den Kirchen verschiedener Gemeinden, darunter auch Rodheim und Langd.

70 Jahre - in dem Jahr als Willi Müller zum ersten Mal an der Orgel Platz nahm, wurden die Bundesrepublik Deutschland wie auch die DDR gegründet. Mit 85 Jahren denkt er noch lange nicht ans Aufhören: "Ich hoffe, dass mir noch möglichst lange die Gesundheit geschenkt wird, weiterhin die Orgel zu spielen", sagte er.

Bereits mit 15 Jahren saß er 1949 an der Orgel in der evangelischen Kirche Birklar - seinem Heimatort. Ab 1977 übernahm das dann sein Sohn Edgar. Doch auch neben der Orgel war er der Kirchengemeinde immer eng verbunden: Von seinem Vater übernahm er das Amt des Küsters und blieb der Kirche über 63 Jahre hinweg eng verbunden.

Auch sonst war er engagiert. 1951 trat er in die Freiwillige Feuerwehr Birklar ein, ab 1978 gehörte er dem Hessischen Bauernverband an. Seit 1980 ist er Mitglied des Reit- und Fahrvereins Lich und 20 Jahre lang war er Kassenwart der Jagdgenossenschaft Birklar, zudem kassierte er viele Jahre die Mitgliedsbeiträge für den Sportverein Birklar, in dem er von 1970 bis 1986 Vereinsrechner war. Dass er auch Singen kann, stellte er über 19 Jahre als aktiver Sänger im Gesangverein Birklar unter Beweis.

Doch nicht nur darin zeigt sich seine musikalische Leidenschaft: Er ist seit Langem auch mit dem "Singenden Postboten" Gerhard Fay aus Grüningen unterwegs - gemeinsam gaben sie zum Adventskonzert eine kleines Ständchen zum Besten. Daneben war er in Tanzkapellen aktiv und seit 2008 spielt er jede Woche ehrenamtlich in der Klinik Rabenstein in Bad Salzhausen für die Patienten.

Seinem Platz an der Orgel ist er immer treu geblieben und dabei ist er weit herumgekommen: "In all den Jahren hat Willi Müller in insgesamt 62 Gemeinden Orgel gespielt", berichtete Pfarrerin Elvira Bodenstedt. "Und immer wenn ich seinen Namen in der Orgelliste sehe, freue ich mich." Daneben hofft die Pfarrerin, dass sich Willi Müller ein Beispiel an Johannes Heesters nimmt: "Denn der stand auch mit 107 Jahren noch auf der Bühne und hat sein Publikum begeistert."

Jürgen Zwerenz, der Vorsitzende des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Steinheim, ließ sich ein Lob nicht nehmen: "Egal ob auf der Bühne oder im Zelt - du warst immer dabei". Und weiter: "Es gibt kein größeres Lob, als wenn du nach einem Auftritt kommst und sagst: ›Das habt ihr gut gemacht.‹" Foto: con

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