Susanne Jakobs vor einem ihrer Kunstwerke. FOTO :NAB
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Susanne Jakobs vor einem ihrer Kunstwerke. FOTO :NAB

Garten, Landschaft und Malerei

  • Nastasja Akchour-Becker
    vonNastasja Akchour-Becker
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Hungen(nab). "Die verlockende Unschuld vom Lande" - das ist der Titel, unter dem Susanne Jakobs seit Samstag im Pferdestall des Hungener Schlosses ihre Malereien ausstellt. Und dabei geht es natürlich um Blumen. Wer die Werke der gebürtigen Saarländerin kennt, die seit 25 Jahren in Lich lebt, weiß: Die Verbindung von Garten, Landschaft und Malerei ist in ihrem künstlerischen Werk elementar. Schließlich ist sie ausgebildete Gärtnerin und Landschaftsarchitektin.

"Bei ihrer Arbeit im Garten erdet sie sich und erfährt hier das Fundament, auf dem sie Reisen in ihre Gefühle und ihre Fantasie beim Malen unternimmt", sagte Sabine Fellner von Feldegg vom Freundeskreis Schloss Hungen bei ihrer Einführung in die Ausstellung. Dabei entstehen oft ganz überraschende Bilder mit unbeabsichtigten Inhalten, die Jakobs dann der Interpretation der Betrachter überlässt. "Auch den Schülern ihrer Malkurse rät sie oft, ihren Gefühlen intuitiv zu folgen, sich selbst zu vertrauen und sich nicht vor dem zu fürchten, was die freigelassene Kreativität hervorbringen könnte", führte Fellner von Feldegg weiter aus.

Nicht immer sind die Blüten der fast 30 Gemälde mit Blumen und Blumensträußen, die die Schau zeigt, eindeutig zu erkennen. "Sie entsprechen keinem Original", sagte Jakobs, "sie sind rein aus der Fantasie gemalt." Die größeren Formate erscheinen expressionistischer und gegenständlicher als die kleineren, denen die Entwicklung zur abstrakteren Darstellung in der jüngsten Zeit deutlich anzumerken ist", sagte Fellner von Feldegg. "Die kleineren Formate sind vielseitig, mehrdeutig und gleichzeitig voller Unschuld."

Mehr als nur Bilder

Jakobs geht es darum, den Charakter der Blumen und Blüten darzustellen. Das ist weit mehr als die reine Verbildlichung eines ländlichen Themas. "Blumen werden romantisch belächelt", erläutert sie. Dabei können sie aber viel mehr. Blumen wollten nichts darstellen, was sie nicht sind. "Blüten sind authentisch, beeindruckend, großspurig, schüchtern oder einfach durchschnittlich. Sie entsprechen ihrem Wesen." In ihrem Höhepunkt seien sie Meisterinnen der Selbstinszenierung, denn es muss ihnen gelingen, nützliche Bestäuber anzuziehen. Ist der Samen gebildet, sterben sie ab. "Der Mensch optimiert sich auch seit Jahrmillionen durch Auslese", sagte Jakobs. Positive Veränderungen setzen sich durch, negative Entwicklungen werden durch den Konkurrenzkampf ausgerottet. Und sie sprach auch davon, Selbstinszenierung intelligent einzusetzen. "Da kann der Mensch von den Blumen lernen."

Bis zum 1. November ist die Ausstellung sonntagnachmittags zwischen 14 und 17 Uhr zur Besichtigung offen.

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