VCD fordert mehr Tempo 30

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Hungen(pm). Der Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) spricht sich für mehr Tempo-30-Zonen in den Hungener Stadtteilen aus. Anfang des Jahres hatte der VCD in einer kreisweiten Studie festgestellt, dass Hungen zu den Schlusslichtern beim Thema Verkehrsberuhigung gehört. Während zum Beispiel in Lich und Heuchelheim in über 90 Prozent aller Nebenstraßen Tempo 30 gelte, sind in Hungen laut VCD nur 60 Prozent temporeduziert.

In einem Schreiben an den Magistrat hat der Verkehrsclub nun Vorschläge gemacht, wo neue Tempo-30-Zonen entstehen könnten. Er fordert dies vor allem in Inheiden, Obbornhofen, Rodheim und Utphe, wo in fast allen Nebenstraßen derzeit Tempo 50 gilt. Auch in Teilen von Bellersheim, Langd und Villingen sollten die bestehenden Tempo-50-Nebenstraßen in Tempo-30-Zonen integriert werden. Karten mit den konkreten Vorschlägen hat der VCD auf www.vcd.org/giessen veröffentlicht.

Seit vielen Jahren sieht die Straßenverkehrsordnung vor, dass abseits von Vorfahrtstraßen Tempo-30-Zonen der Regelfall sein sollen, schreibt Patrik Jacob für den Verkehrsclub. Ziel der Vorgabe des Bundesverkehrsministeriums ist es, die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen. Ebenso sollen durch Tempo 30 die Bewohner vor Lärm und Abgasen geschützt sowie Schleichverkehr unattraktiv gemacht werden.

Kaum eine Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Lärmreduktion sei so einfach und kostengünstig umzusetzen wie die Ausweisung von Tempo 30 in Nebenstraßen, sagt der VCD. Oftmals seien nur wenige neue Schilder nötig, ein Umbau von Straßen nicht erforderlich. Es bedürfe dafür nur eines Beschlusses der Kommune, der auch auf Antrag der Stadtverordneten oder eines Ortsbeirats herbeigeführt werden kann.

Die Polizei ist zwar anzuhören, werde aber im Regelfall das Mehr an Sicherheit begrüßen, sofern keine Vorfahrtstraßen betroffen sind. Der VCD verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass alle etablierten Parteien und sogar der ADAC sich für Tempo 30 in Wohnstraßen aussprechen.

Schulen und Kitas

Vorschläge für Tempo 30 hat der VCD auch für einige Hauptstraßen ausgearbeitet. So sollte in Bellersheim, in Trais-Horloff und in Langd jeweils in der Ortsmitte wegen zu schmaler Gehwege Tempo 30 beschildert werden. Dort müssen Fußgänger regelmäßig auf die Fahrbahn treten, sodass eine besondere Gefahrenlage besteht. In Obbornhofen sei Tempo 30 auf der L 3354 vor der Schule notwendig, und in Trais-Horloff sollte es nach Ansicht des VCD vor dem Kindergarten auf der K 186 gelten.

Hungen habe die Neuerung der Straßenverkehrsordnung von 2017 noch nicht umgesetzt, nach der vor Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen Tempo 30 auch auf Hauptstraßen der Regelfall sein soll. Der VCD hofft jetzt, dass die Stadt die Vorschläge prüft und möglichst bald neue Schilder aufstellt. Hungen ist die, mit Ausnahme der Bundesstraßen, für alle Straßen zuständige Straßenverkehrsbehörde. Sie muss bei Kreis- und Landesstraßen Polizei und Hessen Mobil anhören, kann aber - im Rahmen der Bundesvorgaben - eigenständig entscheiden, wo Tempo 30 gilt.

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