Der Fluch der Relegationen

  • vonConstantin Hoppe
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Hungen(con). 50 Jahre ist es her, dass das Interesse am Fußball in Trais-Horloff so stark wurde, dass sich schließlich einige Sportler zusammenfanden und gemeinsam die Fußballabteilung des TV Trais-Horloff gründeten. 50 Jahre voller Höhen und Tiefen folgten: Am 12. Juli 1969 fand das erste Spiel auf der eigens für den Fußball angelegten Sportstätte statt. In einem Freundschaftsspiel gegen den FC Ober-Widdersheim wurde der Auftakt für den Trais-Horloffer Fußball gemacht. Gefeiert wurde dieses Jubiläum allerdings erst dieses Jahr im Rahmen einer kleinen Feierstunde.

Die erste Saison 1969/70 wurde mit einem hervorragenden fünften Platz abgeschlossen. Im Saisonjahr 1974/75 gelang den Fußballern der "Große Wurf": Im Entscheidungsspiel um den Aufstieg besiegte man den TSV Utphe. Im neuen Sportheim wurde zudem eine sportliche Heimat gefunden. Die Freude an der A-Klasse währte jedoch nur eine Saison: Abstieg.

Lange Zeit fand man sich stets im Mittelfeld der Kreisliga B wieder, was sich erst Ende der 1980er änderte: Durch personelle Probleme beiderseits wurde für das Spieljahr 1988/89 die Spielgemeinschaft SG Utphe/Trais-Horloff gegründet. Gestartet wurde in der Kreisliga A Gießen - mit prompten Abstieg in die Kreisliga B1. Im Folgejahr gelang die Qualifikation zur neu gegründeten Kreisliga A II Gießen. Größter Erfolg der jungen SG war der Sieg bei der Stadtmeisterschaft 1992.

In den Folgejahren kamen einige Traiser "Eigengewächse" zurück und ein zusätzlich starker Nachwuchs legte den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft: Immer wieder einmal war man auf den oberen Tabellenplätzen unterwegs, aber oft auch im Mittelfeld vertreten. Mehrfach erreichte die SG einen Relegationsplatz um den Aufstieg - doch ein Sieg blieb leider aus.

Zwei Minuten Meister

Erst in der Saison 1997/98 war es so weit: Mit 15 Punkten Vorsprung wurden die Fußballer aus Trais-Horloff und Utphe im vierten Anlauf Meister der Kreisliga A Gießen-Süd - und das im zehnten Jahr der Spielgemeinschaft. Als Aufsteiger in der Bezirksliga Gießen lieferte man sich bis zur letzten Sekunde ein Fernduell mit Großen-Buseck um den erneuten Aufstieg, welches leider in einer Zwei-Minuten-Meisterschaft endete, da Buseck auf dem anderen Platz kurz vor Schluss noch ein Tor erzielte.

Danach ging es wieder bergab: Die anschließende Relegation verlief wieder nicht zufriedenstellend und im Folgejahr endete auch die nächste Relegation schlecht - jedoch ging es diesmal um den Abstieg. 2000/2001 und im Folgejahr verließen einige Spieler die SG. Der SV Inheiden kämpfte auch mit mageren sportlichen Jahren. So entstand die SG Utphe/Trais-Horloff/Inheiden, was aber vorerst nichts an der sportlichen Abwärtsfahrt änderte. Erst 2005/2006 kam der Erfolg zurück, es wurde ein zweiter Tabellenplatz erreicht und mit einer ungeliebten Tradition gebrochen: Die Relegation verlief erfolgreich.

Es folgte der zweite Aufstieg der Vereinsgeschichte in die Bezirksliga. Die folgenden Jahre brachten dann einige Veränderungen bei den Trainern mit sich: 2007/2008 engagierte die SG mit Tim Schlosser einen Kicker aus dem Kreis Büdingen als Trainer, 2010/2011 folgte Thomas Keil und schließlich landete man für drei Jahre bei Trainer Andy Seum.

"Sportlich sah in den letzten Jahren das Auge nach unten statt nach oben, am Trainerkarussell wurde kräftig gedreht und auch sonst ist es meist nicht langweilig", sagte der heutige Abteilungsleiter Fußball beim TV Trais-Horloff, Dennis Schindler, im Februar. "Jetzt hoffen wir auf einen längeren Zeitraum Ruhe, denn im Schnitt mehr als ein Trainer pro Saison über die letzten fünf Jahre ist doch etwas heftig." Mit Trainer Andreas Seum ist nun Kontinuität eingekehrt.

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