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Feuer hat hier keine Chance

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Viele Zuschauer hatten sich vor dem Bürgerhaus Steinheim versammelt. Schließlich klang es spektakulär, was dort passieren sollte: Ein kleines Holzhüttchen sollte in Brand gesteckt und von der Jugendfeuerwehr gelöscht werden. Tja - so die Theorie. In der Praxis lief das alles etwas anders ab.

Denn kaum war das Feuerzeug gezückt und das Stroh in der aus Holzpaletten provisorisch aufgebauten Hütte entzündet, heulte auch schon die Sirene. Die motivierte Jugendfeuerwehr war keine 30 Sekunden später zur Stelle, rollte flugs Schläuche aus, kuppelte die Strahlrohre an. Das "Wasser marsch!" hallte durch die Luft. Da hatten die Flammen nicht einmal Gelegenheit, vom Stroh auf das trockene Holz überzugreifen.

"Der Brand hatte nicht einmal die Chance auszubrechen", kommentierte der stellvertretende Wehrführer André Repp schmunzelnd. Die Zuschauer hatten dennoch ihren Spaß - denn die Kinder und Jugendlichen der Nachwuchswehr gehörten entweder zur eigenen Familie oder sind zumindest aus der Nachbarschaft bekannt. Ferner wartete direkt nach der Löschvorführung bereits das Mittagessen sowie ein buntes Programm. Zudem lud der Feuerwehrverein Steinheim anlässlich seines 70. Geburtstags ein. Auch wurde der Förderkreis Feuerwehr, Musik und Jugendpflege 20 Jahre alt.

Theater, Musik und "Meelstaa"

Wehrführer Rafael Kraft erinnerte an die Gründung exakt vor 70 Jahren am 19. Oktober 1949. Von den Gründungsmitgliedern leben heute noch Richard Desch, Helmut Hofmann und Reinhard Hofmann. 1963 wurde der Spielmannszug gegründet, 2001 die Jugendfeuerwehr und schließlich 2017 die Minifeuerwehr. Zudem besteht seit rund 40 Jahren die Theatergruppe, die im bunten Programm einen Sketch zeigte.

Dieses hatte zuvor Bürgermeister Rainer Wengorsch eröffnet. Besonders die Übung der Jugendfeuerwehr hatte ihm gut gefallen. "Es ist wichtig, dass man die junge Generation für die Feuerwehr begeistert und an die Brandbekämpfung heranführt." Eine Zahl freute ihn besonders: "40 Prozent der Einwohner Steinheims sind Mitglied - ob aktiv oder passiv." Zudem erinnerte Wengorsch daran, dass der Feuerwehrverein auch abseits der Einsätze für das Dorfleben wichtig ist, etwa als kultureller Veranstalter.

Dazu zählt auch die Pflege der Musik. Die Blockflöten-, Klarinetten- und Saxofonschülergruppen des Musikzugs bewiesen bei ihrem Auftritt, was sie in den letzten Monaten gelernt haben. Eine Bilderschau mit vielen Fotografien aus der Feuerwehrgeschichte rundete das Programm im Bürgerhaus ab. Auf dem Hof konnten Kinder auf der Hüpfburg toben sowie das neue Bellersheimer Feuerwehrauto und das Katastrophenschutzfahrzeug aus Inheiden anschauen.

Bereits am Samstag hatte "Meelstaa" mit Liedern in Mundart das ausverkaufte Bürgerhaus verzückt. "So etwas sollte es viel öfter geben", war die Rückmeldung der begeisterten Besucher - auch wenn die jüngeren Gäste öfters mal Oma und Opa fragen mussten, was manches Wort bedeutet. (pad/F.: pad)

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