Feinarbeit und "letzter Schliff" für das renovierte Gotteshaus in Obbornhofen. Foto: las
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Feinarbeit und "letzter Schliff" für das renovierte Gotteshaus in Obbornhofen. Foto: las

Festgottesdienst am ersten Advent

  • vonred Redaktion
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Hungen(las). Nach eineinhalbjähriger Renovierung wird die evangelische Kirche in Obbornhofen mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 1. Dezember, um 15 Uhr wieder ihrer Bestimmung übergeben. Letzte Arbeiten wurden noch im Laufe dieser Woche erledigt. Über Details der Außen- und Innenrenovierung des Gotteshauses informierte Pfarrer Johannes Fritzsche anlässlich eines Ortstermines.

Im Kirchturm wurden alte Hölzer aus- und neue eingebaut; die Turmfassade wurde frisch verschiefert. Der Wetterhahn ist ausgetauscht - "in der Kugel unter dem Hahn werden Urkunden aufgehoben", so Fritzsche. Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Bellersheim und Obbornhofen haben die alten Dokumente anlässlich der Renovierung gesichtet und gegen neue Urkunden und Bilder ausgetauscht. "Der Turm ist schon viel älter als der Rest der Kirche", sagte der Pfarrer.

Bänke und Orgel kehren zurück

Das Bauwerk ist Teil einer früheren Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Diese wurde abgerissen, einzig der Vorraum blieb stehen. Im Barock wurde dann an diesen Raum angebaut. "Statisch ist das nicht ganz gelungen", gab der Pfarrer zu bedenken, und: "Es gab immer wieder Risse im Vorraum und an den Seiten." Im Zuge der Renovierung wurde die Verbindung verfestigt. Handwerker pressten über Löcher Zement in die Wand - so ist die Wand stabiler.

Innerhalb der Kirche wurden Beleuchtung und Elektrik modernisiert. "Wir können jetzt die Beleuchtungsstärke anpassen", freute sich der Pfarrer. Auch die Fenster wurden restauriert. Nun gibt es eine Rinne für Kondenswasser - das Wasser läuft so nicht mehr die Wand runter. Auch die Decke wurde erneuert, nachdem sich ein Stück gelöst hatte. Das wurde festgeschraubt und zur Stabilisation mit Japanpapier überzogen. Anschließend wurde die zuvor farbige Decke weiß gestrichen.

Die Bänke waren sowohl im Bellersheimer Gemeindehaus als auch im Speicher eines Hauses gelagert. Die bei der Licher Orgelbaufirma Förster & Nicolaus aufbewahrte Orgel wurde in dieser Woche wieder eingebaut. Auch der Boden wurde erneuert: Der Parkettlegemeister Heinrich Schweitzer hat als Spende den Holzboden neu verlegt, weitere Bürger haben Geld gespendet.

Die Kosten für die Renovierung belaufen sich insgesamt auf rund 750 000 Euro. Für die Außenrenovierung musste die Kirchengemeinde einen Eigenanteil von 74 700 Euro aufbringen, für das Innere waren es 98 000 Euro. Neben der Finanzierung aus Spenden und Kollekten hat die Gemeinde ein zinsfreies Darlehen über 44 000 Euro bei der Landeskirche aufgenommen. Dieses muss in den nächsten zehn Jahren zurückgezahlt werden. "Die nächsten zehn Jahr sind wir auf Spenden angewiesen", beschrieb Fritzsche die Situation. Spenden kamen auch in der Vergangenheit bei Benefizveranstaltungen zusammen, zum Beispiel bei einem Bouleturnier und dem Nikolausmarkt.

"Es war alles etwas eingeschränkt", beschrieb der Pfarrer den Kirchenbetrieb während der Renovierungsphase. Gottesdienste fanden im Gemeindehaus statt. Kompliziert aber war es bei Beerdigungen. Da mussten aus Platzmangel manchmal auch Trauergäste stehen.

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