Farbenfrohe Experimente

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Hungen (nab). Verschiedene Schaffensphasen von Helena Kunderova kann man gegenwärtig im Pferdestall des Hungener Schlosses ansehen. Die Kunstpädagogin befasst sich in ihren Werken mit der Farbenlehre nach Johann Wolfgang von Goethe und der sinnlich-sittlichen Wirkung der Farben. Dabei setzte sie sich in den vergangenen 20 Jahren mit unterschiedlichen Farben und Formen auseinander. Kunderova experimentierte mit Grün als Mischfarbe zwischen Blau und Gelb. Ihre roten Gemälde mit Kaminrot und Zinober setzen Impulse. Hinter ihrem subjektiven Empfinden steckt auch immer etwas Objektives. In Werken wie "Mischtechnik in Lila" sieht man ihren Versuch, aus der Farbe die Form zu finden. Bestechend ist ihre "Blaue Landschaft", die den Betrachter in die Weite führt oder der Linolschnitt "Mutter mit drei Kindern".

Später wagte sich Kunderova über Plastiken zu Licht und Farbe und in die Abstraktion. Ihre Werke in Pflanzenfarbe - auch mit Quarzsand vermischt - wirken sich besonders auf den Menschen aus.

Zum Hungener Schloss hat die Künstlerin eine besondere Beziehung. Vor mittlerweile 40 Jahren kam sie zusammen mit ihrer kleinen Tochter Marketa aus dem heutigen Tschechien als Flüchtling. Aus den zwei Tagen, die sie eigentlich bleiben sollte, wurden drei Jahre. Besonders Renate und Adolf Hampel hätten ihr Möglichkeiten und Chancen gegeben, ihre Existenz richtig aufzubauen, sagte sie rückblickend. Auch in das Hampel’sche Haus am Gardasee konnte sie sich regelmäßig zurückziehen und die italienische Sonne und Farbenpracht genießen - wie das auch einst Goethe tat.

Die Ausstellung "Natur und Mensch in Farben und Formen" im Hungener Schloss ist bis Sonntag, 26. Mai, zu sehen (geöffnet Fr., Sa. und So. von 15 bis 18 Uhr).

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