Fachkräftemangel schlägt durch

  • vonConstantin Hoppe
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Hungen(con). Der Fachkräftemängel macht sich auch in Hungen bemerkbar. "Ich habe beruflich viel mit Firmen zu tun. Bei der Frage nach den größten Sorgen sind nicht mehr - wie das früher mal war - fehlender Umsatz, sondern fehlende Mitarbeiter das große Problem": Das berichtete der Vorsitzende des Hungener Gewerbevereins, Carsten Butteron am Mittwochabend anlässlich der Jahreshauptversammlung des Vereins. Sein Fazit: "Das kann existenzbedrohend sein." Deshalb beschäftigte sich der Verein im vergangenen Jahr verstärkt mit der Frage, wie man das Hungener Gewerbe bei der Suche nach Mitarbeitern unterstützen kann.

Dazu wurde unter anderem Kontakt zu dem Gießener Marktforschungsunternehmen "gut-befragen" hergestellt. "Wir haben sie gefragt, wie man sich als kleines mittelständisches Unternehmen in der Provinz in dem harten Kampf um die besten Mitarbeiter behaupten kann", berichtet Butteron weiter. Natürlich lasse sich das nicht verallgemeinern, aber vor allem ein Punkt sei dabei herausgekommen: Die Wertschätzung. "Seinen Leuten zu zeigen, dass man stolz auf sie und ihre Leistungen ist, wirkt bereits Wunder", sagt Butteron. Deshalb will der Gewerbeverein im Rahmen einer Vortragsveranstaltung mit "gut-befragen" über die Möglichkeiten und weitere Schritte informieren.

Die Eröffnungsveranstaltung zum 20. Hungener Adventskalender am Kulturzentrum fand im Vorjahr aus Sicht des Gewerbevereins leider nur wenig Aufmerksamkeit: "Wir haben uns auch schon ein anderes Format überlegt, um vielleicht mit einer Zusammenlegung mit dem Weihnachtszauber mehr Zuschauer anzuziehen - diese Überlegung jedoch aus mehreren Gründen wieder verworfen", so unterstrich der Vorsitzende.

Verkaufsoffene Sonntage geplant

Ein Erfolg konnte dagegen bei der Hungener Gewerbeausstellung verzeichnet werden: "Zum ersten Mal seit vielen Jahren war die Ausstellung kein Minusgeschäft", freute sich der Vereinsvorsitzende. Das gelang durch ein etwas verändertes Konzept. "Leider konnten wir kaum Hungener Gewerbetreibende für eine Teilnahme gewinnen, sodass sich vor allem auswärtige Unternehmen hier präsentiert haben." Das positive Resümee der Gewerbeausstellung sorgte letztlich auch für ein gutes Ergebnis in der Vereinskasse.

Die Zahl der Mitglieder erhöhte sich 2019 durch vier Neuzugänge auf insgesamt 80 - besonders die genannte Gewerbeausstellung sorgt immer wieder dazu, dass neue Mitglieder eintreten.

Für das laufende Jahr hat der Gewerbeverein zwei verkaufsoffene Sonntage bei der Stadtverwaltung beantragt: Zum Schäferfest (30. August) und zum Allerheiligenmarkt (1. November), Letzterer soll auch vom Gewerbeverein über Werbung unterstützt werden.

2019 wurden auch zwei Einrichtungen für Kinder mit jeweils 500 Euro unterstützt: Das "Piratendorf" in der Kernstadt sowie die Kita "Traumland" in Villingen. Aber dabei soll es nicht bleiben. Butteron: "Wir wollen auch alle anderen Kitas im Laufe der nächsten Jahre berücksichtigen."

Neben Butterons Bericht wurde der Fokus auf das Thema "Informationssicherheit und Datenschutz" gerichtet; Björn Bausch (pi-sec GmbH, Limburg) referierte.

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