Weg erinnert an Ingrid Meybohm

  • schließen

Hungen(pm). Die Stadt Hungen würdigt nun die verstorbene Lehrerin und Kommunalpolitikerin Ingrid Meybohm, indem sie nach ihr eine Straße benennt. Der Verbindungsweg von der Albert-Schweitzer-Straße unterhalb des Rodtbergs entlang des Grassees zur Lindenstraße soll zukünftig ihren Namen tragen. Dies hat die Stadtverordnetenversammlung nach einem gemeinsamen Antrag von Grünen und SPD beschlossen.

Meybohm war mehr als 40 Jahre lang als Lehrerin an der Gesamtschule Hungen tätig. Um der ihr wichtigen Verbindung zu den Grundschulen willen ließ sie sich nach Villingen und Inheiden abordnen und führte ihre dortigen Klassen dann später an der Gesamtschule weiter. Meybohm war 1984 Mitgründerin des Hungener Stadtverbandes der Grünen. Ihre Partei vertrat sie von 1997 bis zu ihrem Tode im Ortsbeirat. Dort war die Hungenerin mit ihrem großen Wissen über ihre Heimatstadt immer eine kluge Ratgeberin, die zugleich mit ihrer positiven Lebenseinstellung ihre politischen Mitstreiter beständig motivierte.

Neben ihrem kommunalpolitischen Engagement übte sie zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten aus, etwa in der Flüchtlingshilfe und im Erzählcafé des Vereins zur Förderung einer Stätte der Kultur, Beratung und Begegnung im heutigen Hungener Kulturzentrum in der alten Grundschule. Meybohm galt als "Erfinderin" und Motor dieser beliebten Einrichtung.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Christoph Fellner von Feldegg hob zudem hervor, dass Meybohm Mitbegründerin der Arbeitsgruppe Spurensuche war. Sie gehöre zu denen, denen es gelungen sei, die Hungener Bevölkerung und die politischen Mandatsträger davon zu überzeugen, ein dauerhaftes Gedenken an jüdisches Leben in der Schäferstadt durch das Aufstellen eines Gedenksteins mit den Namen der Ermordeten zu verankern.

Mit Nachfahren der jüdischen Familien in Hungen stand sie vielfältig in Kontakt. Auf Initiative der AG Spurensuche waren Stolpersteine verlegt worden. Von den Spenden bei ihrem Begräbnis wurden in ihrem Sinne weitere Stolpersteine in Hungen gesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare