"Effekthascherei"

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Hungen(pm). "Wahlkampfzeiten bringen immer wieder politische Wendehälse hervor, die sich auf Effekthascherei spezialisieren, um dem Wähler Sand in die Augen zu streuen." Mit diesen Worten kommentiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Norbert Marsfelde die Aussagen der Hungener Grünen zum geplanten Gewerbepark Hungen-Süd zwischen Inheiden und Trais-Horloff. Die nun kritisierten Gebäudehöhen und Flächenmaße seien von der Fraktion der Grünen im Stadtparlament mitbeschlossen worden. Am 14. November 2018 wurde der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes einstimmig gefasst, erklärt Marsfelde in einer Mitteilung. Danach wurde alles öffentlich zu jedermanns Einsicht ausgelegt und kann bis heute auf der Homepage der Stadt abgerufen werden.

Flexibel reagieren

"Warum jetzt kurz vor der Kommunalwahl Schreckensszenarien von Großlogistikern verbreitet werden", ist für die Christdemokraten nicht nachvollziehbar. Der Bebauungsplan sehe eine Vielzahl von Ansiedlungsmöglichkeiten sowohl für größeres als auch kleinteiliges Gewerbe vor, sodass ein Angebotsmix geschaffen werde. Hungen stehe zudem im Wettbewerb mit Nachbarkommunen, die ebenfalls Interesse an der Vermarktung von Gewerbeflächen haben.

Des Weiteren müsse die Entwicklung der Wirtschaft im Zuge der Corona-Krise abgewartet werden. Die Stadt habe aktuell den Vorteil, noch alles in der Hand zu haben und flexibel auf Wünsche reagieren zu können. Die Planung sei nicht abgeschlossen und im derzeitigen Bauumfeld mit sehr hohen Kosten verbundene Erschließungsmaßnahmen seien noch nicht durchgeführt worden - wie andernorts geschehen. Vielmehr habe Hungen es in der Hand, in den nächsten Jahren die Baupreisentwicklung abzuwarten und dann "nachfrageorientiert die Flächen mit einer angepassten Planung zu entwickeln", erklärt Marsfelde.

Der Bebauungsplan selbst sei nicht in Stein gemeißelt und könne flexibel über Änderungsverfahren an die jeweilige Situation angepasst werden, "bei denen wiederum die Öffentlichkeit einbezogen werden muss, wie bereits geschehen". Die CDU erinnert daran, dass die Flächen zwischen Inheiden und Trais-Horloff seit Jahrzehnten im Regionalplan als Industriegebiet ausgewiesen sind. Woanders könne Hungen im Stadtgebiet daher gar nicht planen.

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