Dora und Heinz Wießner im Garten bei einem der Kunstwerke, die das Paar in seiner Freizeit herstellt. 		FOTO: PAD
+
Dora und Heinz Wießner im Garten bei einem der Kunstwerke, die das Paar in seiner Freizeit herstellt. FOTO: PAD

Durch glücklichen Zufall kennengelernt

  • vonPatrick Dehnhardt
    schließen

Hungen (pad). Wenn man Heinz und Dora Wießner beobachtet, ihren liebevollen Umgang miteinander, dann könnte man meinen, beide haben sich erst vor Kurzem ineinander verliebt. Tatsächlich sind beide seit heute genau 50 Jahre verheiratet.

Heinz Wießner wurde am 23. Januar 1951 in Trais-Horloff geboren, seine spätere Frau im selben Jahr am 15. Mai, jedoch in Spachbrücken im Odenwald. In Zeiten vor Flirtapps und Internet hätten sich beide vermutlich nie kennengelernt, wenn es nicht einen Zufall gegeben hätte - den beide heute noch als Glücksfall bezeichnen. Heinz Wießner ist gelernter Landwirt, arbeitete auf dem elterlichen Hof und der Gastwirtschaft.

Um auch mal auf einem anderen Hof Erfahrungen zu sammeln, nahm er 1968 an einem Austauschprogramm teil, sollte mit einem Junglandwirt aus dem Odenwald die Plätze wechseln. Wegen einer langen Feier in der Familiengaststätte verbaselte er allerdings, sich bei diesem rechtzeitig zu melden. So war der Platz schon weg. Der Kollege wusste aber, dass es in Spachbrücken noch jemand gab, der am Austausch teilnehmen wollte.

Genau gegenüber dieses Hofs wohnte seine zukünftige Frau. »Meine Mutter hat damals gesagt: Kümmere dich mal ein bisschen um den Heinz, der ist hier allein«, erinnert sich Dora Wießner. Als sie am 30. April nach einer Tanzveranstaltung in die Wirtschaft kam, setzte sie sich einfach mal neben ihn - und der Funke sprang sofort über.

Nachdem das Austauschhalbjahr vorbei war, besuchten sich beide regelmäßig. Am 23. Januar 1971 wurde geheiratet. »Wir waren damals die ersten Trais-Horloffer, die in Hungen getraut wurden.« Am selben Tag gab es den kirchlichen Segen, den das Paar in wenigen Tagen erneuern möchte.

In dieser Zeit lief bereits der Umbau der Hofreite: Zunächst wurden ein neuer Stall, dann auch ein neues Haus mit der Gaststätte errichtet. »Unsere Hochzeit war die erste Feier im neuen Saal«, erinnert sich Dora Wießner.

Damals gab es noch kein Bürgerhaus, sodass Familienfeste und Vereinsveranstaltungen im »Gemütlichen Eck« gefeiert wurden. »Das war abends aufbleiben bis ultimo und morgens um fünf Uhr wieder im Stall stehen«, erinnert sich der Jubilar. Als sein Vater in Ruhestand ging, wurde die Wirtschaft geschlossen, um die Belastung zu reduzieren.

Mit 40 Hektar Ackerland war der Hof aus heutiger Sicht klein. Weizen, Zuckerrüben und Viehfutter für die 15 Kühe im Stall wurden darauf angebaut. Zudem wurde hier die Hessische Schwarzbunte gezüchtet. »Die Tiere haben wir weltweit verkauft«, sagt Heinz Wießner. Nach der 50. Ernte war Schluss mit der Landwirtschaft.

Seitdem nutzen beide die gemeinsame Zeit, etwa für Gartenarbeit, die Renovierung des Hauses und Engagement in der Kirche. »Wir genießen das sehr. Was wir machen, machen wir zusammen.« Zu den ersten Gratulanten dürften heute die drei Töchter und sechs Enkel gehören.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare