"Drehleiter hätte nichts an Schaden geändert"

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Hungen(pm). Zur Berichterstattung über den Kauf einer gebrauchten Drehleiter in Hungen und die Position von "Pro Hungen" dazu, nimmt Fabian Kraft für den Verein nochmals Stellung. Die Darstellung, dass eine in Hungen vorhandene Drehleiter bei einem Brand im April in Villingen größeren Schaden verhindert hätte, sei "fachlich und sachlich falsch".

Kraft schreibt, dass laut Einsatzprotokoll der Notruf um 14.07 Uhr abgesetzt, aufgrund der Alarm- und Ausrückeordnung der Stadt zu diesem Zeitpunkt aber gar keine Drehleiter angefordert wurde. Zu diesem Zeitpunkt sei noch kein Hausbrand, sondern ein Gartenhüttenbrand gemeldet worden.

Die ersten Fahrzeuge der Feuerwehren aus Villingen und Nonnenroth erreichten nach sieben Minuten den Einsatzort. Der Einsatzleitwagen aus der Kernstadt war nach elf Minuten am Ort des Geschehens, sah aber ebenfalls noch keine Veranlassung für die Anforderung einer Drehleiter. Weitere sechs Minuten später wurde dann die Drehleiter aus Lich angefordert, da die Flammen drohten, auf das Wohnhaus überzugreifen - was auch geschah.

Dynamischer Ablauf

Der späte Einsatz des Spezialfahrzeugs zur Bekämpfung der Flammen beruhte demnach nicht auf der Stationierung der Drehleiter in Lich, sondern der Anforderung 17 Minuten nach dem Notruf.

Aber auch als die Drehleiter rund 15 Minuten nach der Alarmierung in Villingen eintraf, waren die Möglichkeiten der Feuerwehr begrenzt, schreibt Kraft: Die Ausbreitung der Flammen von der Gartenhütte auf das Haus erfolgte an der straßenabgewandten Seite im Garten, also ohne Zufahrtsmöglichkeit für die Drehleiter, sodass diese nur auf der gegenüberliegenden Seite auf dem Hof aufgestellt werden konnte. Die Flammen breiteten sich indes im Erdgeschoss, im ausgebauten Dachgeschoss und im Spitzboden unterhalb der Dachziegel aus, wie Fotos der Feuerwehr Lich im Einsatzprotokoll dokumentieren, erläutert Kraft.

"Pro Hungen" geht davon aus, dass auch bei einer anderen Einschätzung der Lage und früheren Alarmierung der Drehleiter sich nichts an der Schadenshöhe und Unbewohnbarkeit des Hauses geändert hätte.

Die in dem Zeitungsbericht formulierte Aussage, dass das späte Eintreffen der Drehleiter zu diesem Schadensausmaß geführt habe, würde nicht die Stationierung der Drehleiter in Lich, sondern die Einschätzung der Einsatzleitung der Feuerwehr betreffen. "Pro Hungen" ist sich jedoch sicher, dass die Feuerwehren jederzeit nach bestem Wissen und Gewissen Entscheidungen zum Wohl der Bürger treffen und die Dynamik einer solchen Brandsituation nicht immer vorhersehbar ist.

Es zeige sich, wie wichtig die ständige Einsatzbereitschaft der Feuerwehr und insbesondere der dezentralen Standorte der Freiwilligen Feuerwehren in den Ortsteilen sei. Diese warten laut "Pro Hungen" dringend auf die Finanzierungszusage wichtiger Projekte und hätten nach Meinung des Vereins die 50 000 Euro als städtischen Zuschuss wohl effizienter einsetzen können als für die Anschaffung einer Drehleiter.

Der Kaufpreis von 65 000 Euro für die mittlerweile erworbene 20 Jahre alte Drehleiter aus dem Ausland entpuppe sich bereits nach der Überführungsfahrt nicht als "Schnäppchen", sondern eher als "Katze im Sack", so Kraft. Denn die Neuanschaffung sei bereits bei der ersten Fahrt mit einem Schaden auf der Autobahn liegen geblieben.

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