Vom Glück und vom Berauschtsein der Liebe singt Anne Christin Weisel, begleitet von Georg Klemp. FOTO: NAB
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Vom Glück und vom Berauschtsein der Liebe singt Anne Christin Weisel, begleitet von Georg Klemp. FOTO: NAB

Drängende Sehnsucht und süßer Schmerz

  • Nastasja Akchour-Becker
    vonNastasja Akchour-Becker
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Hungen(nab). Mit der Liebe ist es so eine Sache. Sie ist von drängender Sehnsucht und mit Glück erfüllt. Doch sie kann auch schmerzen, und manchmal geht Verklärung nach dem Verlust einer geliebten Seele mit ihr einher. Mit einem wunderschönen Konzert im Blauen Saal des Hungener Schlosses hat Mezzosopranistin Anne Christin Weisel aus Eberstadt zusammen mit Georg Klemp am Flügel all diese Facetten und Gefühlszustände aufgezeigt.

Aus unterschiedlichen Epochen stammen die Liedkompositionen, die die beiden technisch versierten Musiker in den "Tableaux d’Amour - Landschaften der Liebe" vor den Zuhörern ausbreiteten.

Los ging es mit Wolfgang Amadeus Mozarts "Der Zauberer" unter der Rubrik "Sehnsucht und Verliebtsein", der von dem süßen Schmerz des Verliebtseins kündet. Weisel, die neben ihrer Tätigkeit als Konzert- und Ensemblesängerin auch Gesang unterrichtet, bot mit "Ich kann’s nicht fassen, nicht glauben" von Robert Schumann das völlige Berauschtsein von einer Person dar. "Am Strande" von Clara Schumann wiederum thematisierte die starke Sehnsucht, die alles überwindet.

Dann wechselten Weisel und Klemp in den Zustand "Erfüllte Liebe": Voller Glücksgefühle und Liebesbekenntnisse wie in Richard Strauss’ "Wie sollten wir geheim sie halten".

Weisel und Klemp rundeten das Spektrum mit zwei hinreißenden Arien ab: "Va! Laisse couler mes larmes", die Arie der Charlotte aus der Oper "Werther" von Jules Massenet, und "Must the winter come so soon?", die Arie der Erika aus der Oper "Vanessa" nach Samuel Barber. Beide Stücke zählten zum Zyklus "Verlust und Todessehnsucht", bevor Gesang und Musik zu "Verklärung und Hoffnung" mit Werken wie Strauss’ "Allerseelen" und "Cäcilie" übergingen. Danach schlossen Fanny Hensels "Bitte" und Reynaldo Hahns "L›énamourée" diese großartige Reise ab; übertroffen nur noch von den Zugaben "Zueignung" (Strauss) und "A Chloris" (Hahn).

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