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Die Saline, der Brunnen und der Klapperstorch

  • vonPatrick Dehnhardt
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Vor 15 Jahren wurde am Rand von Trais-Horloff eine Sehenswürdigkeit eingeweiht: die Saline. Sie erinnert seitdem an die Salzgewinnung in dem heute zu Hungen gehörenden Stadtteil.

Da es im Horlofftal salzige Quellen gab, wurde schon seit Jahrhunderten daraus Salz gewonnen. Um das Jahr 1700 waren »Tröpfelwerke« im Einsatz: In ihnen lief das salzhaltige Wasser über Strohwände. Dabei verdunstete Feuchtigkeit, das verbliebene Wasser wurde immer salziger. Anschließend wurde es in der Siederei weiter erhitzt, bis nur das Salz zurückblieb.

1763 wurde eine Saline errichtet. Nach ihrem Bauherren, Graf Christian August zu Solms-Laubach, trug sie den Namen »Christiansaline«. Sie stand rund 200 Meter südlich von der heute existenten Salinenanlage.

1768 war das Salzwerk mit Sodenhaus, Wohnhaus und Stallungen fertig. Im Gradierwerk lief das salzhaltige Wasser über Schwarzdorn. Ein Problem war jedoch, dass man zum Auskochen der Sole viel Brennstoff benötigte. Dafür musste viel Holz aus den Laubacher Wäldern nach Trais-Horloff transportiert werden.

Für den Grafen lohnte sich die Investition, da mit der Saline der Salzbedarf in der gesamten Grafschaft gedeckt werden konnte. 1783 wurde die Saline schließlich verpachtet. Nur 27 Jahre später war die Saline ein Auslaufmodell, wirtschaftlich der Konkurrenz des billiger zu gewinnenden Steinsalzes nicht gewachsen. 1820 wurde die komplette Anlage abgerissen.

Die Gruppe »Grenzgänger« aus Trais-Horloff setzte sich Anfang des Jahrtausends dafür ein, dass die Geschichte der Salzgewinnung nicht in Vergessenheit geraten sollte. Verschiedene Firmen, Trais-Horloffer Bürger und die Stadt Hungen unterstützten den Bau der Saline nahe der Horloffbrücke. 2005 wurde sie eingeweiht. Mittlerweile tröpfelt dort jedoch kein Wasser mehr über Schwarzdornzweige, stattdessen sind Fotomontagen in den Halterungen montiert.

Vor Ort können die Besucher auch mehr über die Geschichte des Sauerbrunnens erfahren. Der Legende nach hatte der Brunnen nicht nur für die Wasserversorgung der Trais-Horloffer, sondern auch den Nachwuchs eine hohe Bedeutung: Angeblich holte dort der Klapperstorch die Kinder ab, um sie bei den Frauen im Dorf abzuliefern. pad/FOTO: PAD

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