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Die Covid-19-Pandemie, die Schüler und das Halbjahreszeugnis zum Mitnehmen

  • vonVolker Mattern
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Der Unterricht läuft seit Monaten im Homeschooling, Eltern werden zu Lehrern und Lehrer zu Personen, die man nur noch auf Computerbildschirmen sieht. Dennoch wurden nun die Halbjahreszeugnisse ausgegeben. In Covid-19-Zeiten entfiel allerdings die »Zeremonie« der Übergabe im Klassenzimmer, es wurden andere Lösungen gesucht.

Die Grundschule in Hungen etwa bot einen Zeugnis-Drive-In auf dem Stadthallenparkplatz an. In einem vorgegebenen Zeitraum konnten die Kinder mit ihren Eltern im Wendehammer der Schule ihre Zeugnisse von der Klassenlehrerin durch das geöffnete Autofenster in Empfang nehmen. Auch erhielt jedes Schulkind eine Durchhaltetüte für das Kinder-Home-Office mit kleinen Überraschungen.

Trotz strömenden Regens konnten die Zeugnisse geschützt durch Klarsichthüllen sicher übergeben werden. Das Angebot wurde gut angenommen. Übrigens: Wer das Zeugnis mal lieber nicht abholen wollte (nicht unbedingt wegen Corona, sondern der darauf festgehaltenen Noten), der bekommt es in den kommenden Tagen dennoch zugestellt.

Auch bei der Gesamtschule Gleiberger Land mussten die Zeugnisse an die Schüler übergeben werden. Für die rund 100 Schüler der Jahrgänge 10 und 9, die an der zentralen Abschlussprüfung teilnehmen, und für die Jahrgänge 5 und 6, die am Präsenzunterricht teilnahmen, verlief das wie gewohnt.

Für die verbleibenden 450 hatte sich Schulleiter Gabriel Verhoff ebenfalls einen Zeugnis-Drive-In einfallen lassen. Eltern fuhren mit ihren Sprösslingen auf den Parkplatz an der Großsporthalle. Dort gegenüber ist der Zugang zu einer Außentür der Schule, links am Eingang zum Wettenbergsaal.

Im pandemiekonformen Abstand von mindestens 1,50 Meter bildeten sich so vor der Ausgabestelle bereits kurz nach Öffnung des Drive-In lang Schlangen, sodass die Flügeltür sogar für einen zweiten Ausgabeschalter geöffnet werden musste. Nach der Handdesinfektion das Prozedere, sich mit Schülerausweis oder Personalausweis oder Reisepass auszuweisen; dann erst gabs den begehrten - für manchen vielleicht auch nicht so begehrten - Nachweis der schulischen Leistungen in Form von Noten. Der Erhalt musste quittiert werden.

Gut zwei Stunden hatten, neben Gabriel Verhoff auch Michael Bastian vom Kollegium und Udo Will von der Schulbibliothek alle Hände voll zu tun. Mal etwas anderes: Am Drive-In-Schalter gab es keine Burger, keine Eiscreme, keinen Kaffee.

Normalerweise hätte die Zeugnisübergabe am ersten Tag des nächsten Präsenzunterrichts erfolgt, also für die Jahrgänge 5 und 6 vermutlich am 16. Februar und für den Jahrgang 7 frühestens am 1. März. So konnte die Aufregung und Spannung nun verkürzt werden. Am ersten Ausgabetag nutzen 150 Schüler mit ihren Eltern die originelle Möglichkeit, am Montag hatte der Drive-In dann nochmal geöffnet.

Wie viele Besucher dabei den Scherz »Ich nehme dann einen Cheeseburger, Pommes und eine Cola« machten, wurde nicht mitgezählt. m/pm/FOTOS: M/PM

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